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“Alles könnte auch anders sein, aber ich kann das nicht ändern.” - Niklas LuhmannPosts RSS Comments RSS
“China Says U.S. Naval Ship Broke the Law” schreibt die Washington Post. Ein amerikansiches Überwachungsschiff, die “USNS IMPECCABLE“, hat sich angeblich den chinesischen Hoheitsgewässer zu sehr genähert.
Nach Angaben des Pentagons in Washington haben fünf chinesische Schiffe versucht, die „USNS Impeccable“ mit „gefährlichen Manövern“ abzudrängen. Zeitweilig hätten sich die chinesischen Schiffe am Wochenende bis auf knapp acht Meter genähert. (faz.net)
Klingt bekannt? Richtig, James Bond hat in “Tomorrow never dies” ähnliches erlebt. Nur ist dies nicht Fiktion, sondern Realität.
The White House protested Monday what military officials called China’s harassment and aggressive shadowing of a U.S. Navy ocean surveillance ship in international waters Sunday and urged greater respect for maritime law.
Logisch protestiert wird immer, die Frage ist nur wie schon bei James Bond, hat China hier einen Grund zur Veranlassung gesucht, oder waren die Amis wirklich zu weit vom Kurs abgekommen.
So oder so, ob sich Barack Obama über diese neue “Herrausvorderung” freut, sei dahingestellt.
Na was für ein Glück. Doch was ist geblieben? Monster, Medaillen, und keine Menschenrechte.
Die Wirtschaft geht mit prall gefüllten Brieftaschen nach Hause, China bleibt mit einem Schrank voller Goldmedaillien zu Hause und zwischen 1.5 Millionen und 6037 Chinesen haben ihr zu Hause verloren.
Monster
Des Weiteren bleiben zwei Testosteron geschwängerte Superathleten:
Micheal Phelps
Usain Bolt
und sonst?
Medaillen
Ein Medaillenspiegel, wie er im Großen und Ganzen zu erwarten war, Doping, vor Doping vor Doping…
Deutschland steht mit weniger Gesamtmedaillen aufgrund der größeren Anzahl von Goldmedaillen einen Platz besser da, als nach Athen.
Die Presse, die ja so für den Kampf gegen Doping ist, beschwert sich über das schlechte Abschneiden der Deutschen in der Leitchtathletik und im Schwimmen. Den beiden Disziplinen, die ja bekanntlich über den Verdacht des Dopings erhaben sind.
Ein Zyniker mag jetzt einwerfen, dass schlechte Platzierungen kein Beweis für sauberen Sport sei. Jan Ullrich könnte vielleicht ein Beispiel sein, das sie hier anführen würden.
Doch die Hoffnung stirbt zuletzt.
Menschrechte
Hoffnung hatten auch viele Menschen. Hoffnung, dass die Menschenrechte eine Chance bekämen, Hoffnung, auf ein kleines bißchen Demokratie, doch diese Hoffnung war schon gestorben, bevor Olympia begonnen hatte.
Einige Zustände haben sich sogar verschlimmert. Es hat ganze 14 Tage gedauert, bis Jacques Rogge endlich sein unvermögen und seine Hilflosigkeit gegenüber den chinesischen Polizeistaat zum Ausdruck brachte. Nicht das daran nach dem Debakel um den Kampf gegen die chinesische Pressezensur noch jemand gezweifelt hätte. Aber Einsicht ist ja vielleicht der erste Schritt zur Besserung.
In London wird man sich sicherlich viel stärker für die Menschenrechte einsetzen!
Und Tibet? Tibet ist egal, niemand kräht mehr nach Tibet.
Gestern Abend sagte ein bekannter: “Schlimm sind nicht die bösen Gedanken, die man ausspricht, sondern die, die man nicht ausspricht.” Nun, heute moniert das Auswärtige Amt die Menschenrechtssituation in China, und was fällt dem Olympia-Chef zu diesem Thema ein? Jacques Rogge “warnt” die Olympia-Kritiker. Man müsse mit China respektvolle und leise, aber standfeste Diskussion führen und die Spiele würden einen “guten Einfluss auf die soziale Entwicklung in China haben”.
Wer´s glaubt!
Mir kommt da jedenfalls ein böser Gedanke, den ich hier aussprechen möchte, damit er nicht mehr ganz so arg ist…
Und bevor mich jetzt ein Erbsenzähler auf meine gelbe Hautfarbe anspricht, da kann ich nur ganz generös sagen:
Zum Thema:
Auszug der Rede von Papst Benedikt vor der UN zur Universalität der Menschenrechte:
“Das Einstehen für Menschenrechte ist nach wie vor der beste Weg, um Ungleichheiten zwischen Ländern und gesellschaftlichen Gruppen abzubauen und für mehr Sicherheit zu sorgen. … Die Erklärung (der Menschenrechte) ist als eine “allgemeine Grundsatzvereinbarung” angenommen worden, und sie kann nicht bruchstückhaft angewendet werden, je nach Trends oder selektiven Entscheidungen, die nur das Risiko bergen, der Einheitlichkeit des Menschen und damit der Unteilbarkeit der Menschenrechte zuwiderzulaufen.”
Max - Italy Aktion “Free Tibet”:
Auf dieser Seite:
- “JEDE Olympiade wird politisch genutzt”
- Friedman! Olympische Spiele!
- Michaela Ramazzotti vs. Pabst Benedikt XVI.
- Olympia 2008 - Mutige Sportler gesucht
- The Olympic Games 2008 in Peking, China and the OLYMPIC CHARTER
- Für Hugh - Janine Habeck
- Kein Boykott der olympischen Spiele…
- Spielberg, China und die Menschenrechte
- Nachschlag - Pressefreiheit in China
- Nachgedacht - Olympia, ich freu mich drauf
Im Kommentar zum Beitrag “Friedman! Olympische Spiele!” wurde eine These aufgestellt, die ich voll unterstütze, die mich aber zugleich zu einer genaueren Betrachtung animiert hat.
“JEDE Olympiade wird politisch genutz”
Grundsätzlich sehe ich das genauso. Aber ich denke doch, dass Peking 2008 einen Sonderfall darstellt und darin Berlin 1936 nahezu ebenbürtig ist. Es geht darum, dass ein diktatorisches Regime eine riesige Propagandaschlacht inszeniert und darin (aber auch nur darin) steht China den Nazis in nichts nach.
Sicherlich ist es albern zu behaupten, bei den olympischen Spiele hätte Politik nichts zu suchen. Selbst in Sydney 2000 “lief” die Politik hoch zum olympischen Feuer - in Gestalt einer Aborigini-Athletin. Zwar Innenpolitik, aber auch Politik. Allerdings können olympische Spiele auch harmlos sein, so zum Beispiel Barcelona 1992 oder Athen 2004 (wenn man mal vom Doping absieht).
Doch, und darin sehe ich den großen Unterschied, Politik ist nicht gleich Politik. Es ist ein Unterschied, ob eine Regierung sportliches “greenwashing” betreibt und gleichzeitig reihenweise Todesurteile vollstreckt und den Aufstand einer Provinz niederknüppelt. Es ist etwas ganz anderes, wenn zwei Afroamerikaner die behandschuhte Hand gen Himmel strecken und damit auf die Menschenrechtssituation in Amerika aufmerksam machen.
Darin handeln sie nämlich genuin im Sinne der olympischen Spiele - die schon per Definition politisch sind. In den “Fundamental Principles of Olympism (s.11)” der Olympischen Charta ist unter Punkt eins zu lesen:
“Olympism seeks to create … respect for universal fundamental ethical principles”
Und weiter unter Punkt fünf:
“The goal of Olympism is to place sport at the service of the harmonious development of man, with a view to promoting a peaceful society concerned with the preservation of human dignity.”
Somit ist es ein hilfloser Versuch von Herrn Rogge, den Athleten zu drohen und von “unpolitischen Spielen” zu sprechen. Umgekehrt wird ein Schuh draus, im Sinne der Olympischen Charta sind die Athleten geradezu “verpflichtet” die Faust auch in Peking gen Himmel zu strecken und auf die Menschenrechtssituation in China im Allgemeinen und in Tibet im Besonderen hinzuweisen.
Vor diesem Hintergrund relativiert sich auch der “plötzliche” Protest gegen China, für Tibet. Abgesehen davon, das der kleine Tibetanische Mönch mit seiner Peace-Attitüde mittlerweile eine Pop-Ikone ist und mit seinem Charisma die Massen fesselt, wie Herr Hu Jintao durch seine kalte Propaganda und Staatsreson abschreckt. So steht ein Staat, der die sogenannten “Friedensspiele” austrägt unter besonderer Beobachtung und den werden andere moralische Ansprüche gestellt.
Ferner haben wir hier ein schönes Beispiel von globalisierter Kapitalismuskritik vor uns. China hat die Spiele bekommen, weil der Westen geil war auf den Markt China. Dies wird den Massen nun um so klarer, da sich die großkotzigen Ankündigungen “… if human rights are not acted upon to our satisfaction then we will act…” als leere Worthülsen entkleiden (Es sei den Jaques Rogge ist zufrieden mit der Menschenrechtssituation in China).
Somit haben wir es dieses Jahr mit einer doppelten “Entzauberung” der olympischen Spiel zu tun, sie sind nicht nur “nicht-unpolitisch”, viel schlimmer ist, das diese Spiele, stärker noch Atlanta 1996, durch und durch ökonomisch motiviert sind - der Sport ist nur Mittel zum Zweck.
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- Nachgedacht - Olympia, ich freu mich drauf
Ein eitler Mensch, der sich am liebsten selber reden hört. Doch so nervig Friedman mit seiner Art auch sein mag, so recht hat er hier.
“Wer behauptet, die olympipschen Spiele haben mit Politik nichts zu tun, ist ein Heuchler… Wer dies behauptet, nach 1936 und Adolf Hitler, ist auch Geschichtsbesoffen…”
Genau so ist es.
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40 Jahre ist es her, da setzten zwei Amerikaner in Mexiko 1968 ein Zeichen. John Carlos und Tommie Smith gewannen die Gold und die Bronzemedaille im 200-Meter-Lauf. Bei der Siegerehrung hoben sie ihre Faust gen Himmel, eine Faust in einem schwarzen Handschuh, das Zeichen für “Black Power”.

Tommie Smith und John Carlos wollten gegen die Unterdrückung der Afroamerikaner in den USA ein Zeichen setzten. Das Tat auch das IOC, beide wurden augenblicklich von den Olympischen Spielen ausgeschlossen und aufgefordert, das olympische Dorf zu verlassen.
Das passt zur Politik des IOC. Das IOC mag es nicht, wenn Politik gemacht wird mit Olympia, wenn jemand anderes Politik macht, als das IOC. So geschehen in Atlanta, wo Coca-Cola die Spiele gekauft hat. Oder mit Peking 2008 denn der neue Markt will erschlossen werden, da rücken die Menschenrechte in den Hintergrund.
Das IOC ist vor allem eines, ein Konzern und Olympia ist sein Produkt. China hat es seit knapp dreieinhalb Jahren geleast und das IOC tut alles um sein Produkt zu schützen. Was zählen da schon Menschen!

Verdammt, alles hatte so gut ausgesehen. Eine perfekte PR-Kampagne hatte es werden sollen und die Fackel hätte China zur Ehre durch alle großen Länder der Erde getragen werden sollen.
Aber was war das?
Artikel 19?
Was´n das für´n Scheiß?
Artikel 19, den gibt´s hier nicht! Hatte Premierminister Wen Jiabao bestimmt.
Blöd nur, das es den in einigen anderen Ländern auf der Welt noch gibt (mehr oder weniger). Und so ist die schöne PR-Aktion ins Wasser gefallen. Denn bereits auf der zweiten Station hatten die Proteste gegen den chinesischen PR-Zug dazu geführt, das der glorreiche Lauf abgebrochen und die Fackel in einem Bus zum Ziel hatte gefahren werden müssen.
Schon gestern hatten die Chinesen lauthals Sabotage geschriehen, nachdem man es in London gewgt hatte, die chinesische PR-lawine zu stoppen. China fühlt sich in seiner Ehre gekränkt und in seiner Propaganda gestört. Wie war das noch? Politik und olympische Spiele haben nicht miteinander zu tun? So wenig wie Artikel 19, was?
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