Wow, das geht ja ab. Ich glaube so heftig hat sich seit Luther niemand mehr in Deutschland mit der Kriche gefetzt. Nachdem sich Claudia Roth den Bischof Mixa vorgenommen hat, schnappt sich Volker Beck jetzt den Kardinal Meisner.
Während letzterer sich erst kürzlich über die Triebhaftigkeit des Menschen (ein Wunder, das er nicht von der entarteten gesprochen hat) ausließ,
Die “sogenannten alternativen Modelle menschlichen sexuellen Zusammenlebens sind aber unwahr, und darum für den Menschen im Kern verderblich. Die Menschheit richtet sich hier selbst zugrunde”. (Die Welt)
vermochte Volker Beck heute einen drauf zu setzen. Einen katholischen Kirchemann als “Hassprediger” zu bezeichnen, auf die Idee ist öffentlich bisher wohl noch niemand gekommen.
“Kardinal Meisner betätigt sich einmal mehr als selbstgerechter Hassprediger, denn er spricht ganzen Gruppen von Menschen die Existenzberechtigung ab.” (Spon)
Das der Meissner einen Pferdefuß unter seinen Kaftan versteckt, wurde ja schon lange vermutet und wenn man seine Aussagen verfolgt, braucht sich ja über diesen Vergleich niemand zu wundern, außer man ist katholischer Kardinal in Köln, denn dessen Brett vor dem Kopf ist so dick, dass dort jeglicher Versuch zur Reflexion fehl schlägt.
Ein Sexualtherapeut in Köln
Über den Pressesprecher lies der Vernagelte seine Predigt erklären (vielleicht sollten sie alle wieder auf Latein plaudern, dann müsste man sich diesen Quatsch nicht antun):
Meisner habe mit seiner Predigt niemanden das Existenzrecht abgesprochen. Er habe vielmehr die Bedeutung von Ehe und Familie für die menschliche Gesellschaft unterstrichen. “Dies ist die ureigenste Aufgabe eines katholischen Bischofs. Das Recht dazu lässt er sich von niemandem nehmen”, teilte der Sprecher des Kardinals mit. (Die Welt)
Ja, rhetorisch hatten sie es ja schon immer drauf, die katholischen Würdenträger. Wenns passt, wird mal eben die Wahrheit aus der Mütze gezogen und mit Gottes Wort lassen sich dann auch Angriffe auf Minderheiten und Andersdenkende entschuldigen, auch wenn bisweilen der Duktus an 1933 erinnert. Wahrheit gehört in die Wissenschaft und was sie mit Sexualtiät zu tun hat, mit Partnerschaft und Liebe, das kann sich wohl nur ein Partnerschaftstheoretiker wie Kardinal Meisner aus dem Ärmel schütteln.
Insgesamt geben Mixa und Meisner in den letzten Wochen ein unwürdiges Bild ab und vergreifen sich mit einer schon nicht mehr zu entschuldigenden Häufigkeit im Ton, dass man meinen könnte, die zwei betteln förmlich um ihre Absetzung. Aber, da die Kirche unfehlbar ist, weil ihr Hirte ja Gottes direkter Vertreter in Washington Rom ist und die Kirche öffentlich niemals einen Fehler zugibt, wird man sich wohl auch weiterhin fröhlich über Zwistigkeiten mit den beiden mediengeilen Ethikwächtern freuen dürfen.
Die Grünen scheinen daran ihren besonderen Gefallen gefunden zu haben, wo es an Inhalten mangelt, möchte man anscheinend ein wenig vom Scheinwerferlicht abbekommen, das in der letzten Zeit so intensiv auf die SPD leuchtet. Doch mit welchen Themen? Öko können alle und in sachen Frieden ist man sich selbst nicht so sicher. Da versucht man sich eben als Kirchenkritiker, ein Politikfeld, dass bisher noch von keiner Partei besetzt wurde, doch ob man damit Wahlen gewinnen kann?
Links: zu viele!
Eine sehr schöne Sammlung hat die Welt
Aber auch die anderen können Kirche, ist ja auch ein dankbares Thema
Auf dieser Seite