“Alles könnte auch anders sein, aber ich kann das nicht ändern.” - Niklas LuhmannPosts RSS Comments RSS

Archive for the Tag 'eva hermann'

Das Nazometer, der Harald und die Medien

Ist es der Harald, der es versteht einen Skanal zu inszinieren oder sind es die Medien, mit ihrer Lust am Skandal um des Skandales willen. Man darf sich doch wundern, wie lange das Thema jetzt durch die Medien tingelt. Und eines scheint sicher, Fortsetzung folgt.

Das Nazometer von “Schmidt & Pocher” sorgt jedenfalls für langanhaltende Aufruh im Blätterwald. Dabei tun sich die klassichen Lager auf. Die Faz und die Welt finden das Nazometer gelungen, der Spiegel findet es geschmacklos.

Ich bin mir da wie immer nicht so sicher.

Einerseits finde ich die Idee nicht schlecht. Vor allem im Zusammenhang mit Kerner´s grandioser Eva-Hermann-Replik “Autobahnen, das geht gar nicht!”.

Andererseits ist Oliver Pocher meiner Ansicht nach nicht der Richtige, um über Gasherde und Duschen zu sprechen.

Die Medien haben jedenfalls ein Thema gefunden, in dem sie sich so richtig suhlen können, was aus der Fülle der Beiträge deutlich wird. (Einige Organe haben inzwischen schon eine eigene Rubrik “Schmidt & Pocher” aufgemacht)

Links (Auswahl):

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Die Grünen vs. Katholische Kirche 4:3

Wow, das geht ja ab. Ich glaube so heftig hat sich seit Luther niemand mehr in Deutschland mit der Kriche gefetzt. Nachdem sich Claudia Roth den Bischof Mixa vorgenommen hat, schnappt sich Volker Beck jetzt den Kardinal Meisner.

Während letzterer sich erst kürzlich über die Triebhaftigkeit des Menschen (ein Wunder, das er nicht von der entarteten gesprochen hat) ausließ,

Die “sogenannten alternativen Modelle menschlichen sexuellen Zusammenlebens sind aber unwahr, und darum für den Menschen im Kern verderblich. Die Menschheit richtet sich hier selbst zugrunde”. (Die Welt)

vermochte Volker Beck heute einen drauf zu setzen. Einen katholischen Kirchemann als “Hassprediger” zu bezeichnen, auf die Idee ist öffentlich bisher wohl noch niemand gekommen.

“Kardinal Meisner betätigt sich einmal mehr als selbstgerechter Hassprediger, denn er spricht ganzen Gruppen von Menschen die Existenzberechtigung ab.” (Spon)

Das der Meissner einen Pferdefuß unter seinen Kaftan versteckt, wurde ja schon lange vermutet und wenn man seine Aussagen verfolgt, braucht sich ja über diesen Vergleich niemand zu wundern, außer man ist katholischer Kardinal in Köln, denn dessen Brett vor dem Kopf ist so dick, dass dort jeglicher Versuch zur Reflexion fehl schlägt.

Ein Sexualtherapeut in Köln

Über den Pressesprecher lies der Vernagelte seine Predigt erklären (vielleicht sollten sie alle wieder auf Latein plaudern, dann müsste man sich diesen Quatsch nicht antun):

Meisner habe mit seiner Predigt niemanden das Existenzrecht abgesprochen. Er habe vielmehr die Bedeutung von Ehe und Familie für die menschliche Gesellschaft unterstrichen. “Dies ist die ureigenste Aufgabe eines katholischen Bischofs. Das Recht dazu lässt er sich von niemandem nehmen”, teilte der Sprecher des Kardinals mit. (Die Welt)

Ja, rhetorisch hatten sie es ja schon immer drauf, die katholischen Würdenträger. Wenns passt, wird mal eben die Wahrheit aus der Mütze gezogen und mit Gottes Wort lassen sich dann auch Angriffe auf Minderheiten und Andersdenkende entschuldigen, auch wenn bisweilen der Duktus an 1933 erinnert. Wahrheit gehört in die Wissenschaft und was sie mit Sexualtiät zu tun hat, mit Partnerschaft und Liebe, das kann sich wohl nur ein Partnerschaftstheoretiker wie Kardinal Meisner aus dem Ärmel schütteln.

Insgesamt geben Mixa und Meisner in den letzten Wochen ein unwürdiges Bild ab und vergreifen sich mit einer schon nicht mehr zu entschuldigenden Häufigkeit im Ton, dass man meinen könnte, die zwei betteln förmlich um ihre Absetzung. Aber, da die Kirche unfehlbar ist, weil ihr Hirte ja Gottes direkter Vertreter in Washington Rom ist und die Kirche öffentlich niemals einen Fehler zugibt, wird man sich wohl auch weiterhin fröhlich über Zwistigkeiten mit den beiden mediengeilen Ethikwächtern freuen dürfen.

Die Grünen scheinen daran ihren besonderen Gefallen gefunden zu haben, wo es an Inhalten mangelt, möchte man anscheinend ein wenig vom Scheinwerferlicht abbekommen, das in der letzten Zeit so intensiv auf die SPD leuchtet. Doch mit welchen Themen? Öko können alle und in sachen Frieden ist man sich selbst nicht so sicher. Da versucht man sich eben als Kirchenkritiker, ein Politikfeld, dass bisher noch von keiner Partei besetzt wurde, doch ob man damit Wahlen gewinnen kann?

Links: zu viele!

Eine sehr schöne Sammlung hat die Welt

Aber auch die anderen können Kirche, ist ja auch ein dankbares Thema

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Eva Hermann - so kanns kommen

Alles gesagte wurde von jemanden gesagt und alles gebloggte wurde von jemanden gebloggt. Den hier hab ich von Stefan Niggemeier und der hats von Coffee And TV.

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Links:

Und zum Glück hat das ZDF jetzt diese geile Mediathek, da kann man sich nämlich die Sendung nochmal komplett anschauen:

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Eva Hermann - malwieder aus dem Gesamtzusammenhang gerissen…

Aber immerhin ein paar Ausschnitte aus der gestrigen “Show”:

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und Teil 2

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Die Hermann, der Kerner und die Selbsterhaltung der Medien

Wer hat die neusten Entwicklungen auf dem Streit um eine national befreite Familienpolitik gewonnen? Frau Hermann, Herr Kerner, die Medien? Die Meinungen dazu gehen sicherlich auseinander., auch wenn Frau Hermann seit dem gestrigen Auftritt sicher nicht mehr dazu gehören wird. Im Spiegel hat sich Herr Broder seine wie immer ganz eigene Meinung dazu gebildet, in der sz meldet sich Christian Kortmann zu Wort und in der Faz hat sich Jörg Thomann geäußert.

Henryk M. Broder -Der programmierte Eklat, Spiegel online

… Als Eva Herman nach genau 55 Minuten von Kerner aus dem Studio komplimentiert wurde (”Ich entscheide mich für die anderen drei Gäste und verabschiede mich von Eva Herman”), hatten sich alle Selbstgerechten nicht nur am falschen Objekt abgearbeitet, es endete auch eine der längsten Antifa-Sitzungen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Es ist ein Antifaschismus, der sich von seinem eigentlichen Gegenstand längst verabschiedet hat und dort am besten gedeiht, wo es keinen Faschismus gibt: in einem virtuellen Raum des wohlfeilen Widerstands …

Jörg Thomann - Wie Eva Herman den Fernsehtod star, faz.net

… Als Geschlagene verließ Herman das Studio, in dem Kerner noch gut zwanzig Minuten mit den verbliebenden Dreien Belanglosigkeiten austauschte. Doch es war ein fragwürdiger Triumph des Moderators über eine angeschlagene Gegnerin, die nicht klug genug war, sich diesen Auftritt zu ersparen. Ob gewollt oder nicht: Spätestens jetzt ist Eva Herman zur Märtyerin all jener geworden, die überzeugt davon sind, dass es in diesem Land kein Recht auf freie Rede gebe.

Christian Kortmann - Eva und die Autobahnen, sz

… Das war jedoch kein Skandal, sondern eine Sternstunde. Sicher, im Verbund mit der Bild-Zeitung hat Kerner als agent provocateur ein auch seiner Popularität dienliches Ex-und-Hopp-Debatten-Spektakel auf die Bretter gebracht. Und doch ragt dieser Show-Abend heraus: Weil das Fernsehen in der Herman-Schlacht deutlich Stellung bezog; weil es eine Grenze aufzeigte, die im öffentlichen Gespräch nicht überschritten werden darf; und weil im sogenannten Eklat Momente der Wahrheit über Eva H. aufblitzten…

Links:

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Zurück an den Herd, Weib?

Der Kerner kann auch anders, wer hätte das gedacht. Er hat heute Eva Hermann nach 50 Minuten aus seiner Schow gebeten (Bei Gottschalk bleibt diese Gunst nur Hollywood-Promis vorbehalten) und ist dabei doch der nette Schwiegersohn geblieben.

“Ich wollte wissen, was Eva Herman wirklich denkt. Als ich gemerkt habe, dass sie ihre missverständlichen Äußerungen nicht aufklären kann, habe ich sie freundlich verabschiedet.” (Spiegel-Online)

Wenn man sich das Orginalzitat von Frau Hermann anhört, könnte man meinen sie hat es vielleicht gar nicht so gemein. Doch die Art und Weise mit der sie dem Historiker über den Mund fährt (”Mit ihnen rede ich gar nicht”) und anschließend lamentiert ist erschreckend, bis unerträglich. Und das sie nicht in der Lage ist, klar auf die Frage, ob sie nicht die Problematik ihrer Aussage sieht, antworten kann, zeigt meiner Ansicht nach klar, wie ver-rückt die Dame ist (”Es hat auch Autobahnen gegeben und heute fahren wir darauf” - Das hat auch Kerner aus dem Konzept gebracht).

Letztendlich bleibt die Frage, wem der Rauswurf mehr nutzt, den Verkaufszahlen von Eva Hermann, oder der Quote von Herrn Kerner. Ich finde es jedoch positiv, das man einen deutlichen Punkt setzt, wenn Menschen blindrechts hohle Nazirethorik (”Es gibt halt Dinge in diesem Land, über die man nicht reden darf”) für sich verwenden.

Hutab übringes vor den drei anderen Gästen Senta Berger, Mario Barth und Frau Schreinamakers, die sehr schön (leider erfolglos) versucht haben den Kopf von Frau Hermann (”Eva, wofür braucht man eine Jeanne D´Arque der Familie, wofür kämpfst du?” “Warum hast du nicht einfach gesagt, das das Kacke ist, was du gesagt hast”) .

Dabei wird die Sendung zu echter Realsatiere, wenn man nach der Diskussion über Eva Hermanns Mutterbild, über Maria Bath´s Geschlechtergeschichten frotzelt, als wäre nichts passiert. That´s Entertainment!

Links:

Eine Fußnote am Rande: schade, das die netzeitung und die Süddeutsche beide weitgehenst die dpa Meldung abgedruckt haben.

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Eva Hermann am Herd bei den entarteten Philosophen

Von einem versehen kann jetzt wohl keine Rede mehr sein. Eva Hermann ist eine - uneinsichtige - Überzeugungstäterin. Falsch zitiert wurde sie, und natürlich sind die “gleichgeschalteten” Medien schuld. Dabei sind doch ihre Äußerungen ziemlich klar:

„Werte wie Familie, Kinder und das Mutterdasein, die auch im Dritten Reich gefördert wurden, anschließend durch die Achtundsechziger abgeschafft wurden. Vieles, was in dieser Zeit hochgehalten wurde, wurde danach abgeschafft.“ (faz.net)

soll sie gesagt haben. Auf ihrer Internetseite fügte sie dann aber noch zur Richtigstellung hinzu:

„Was ich zum Ausdruck bringen wollte, war, dass Werte, die ja auch vor dem Dritten Reich existiert haben, wie Familie, Kinder und Mutterdasein, die auch im Dritten Reich gefördert wurden, anschließend durch die Achtundsechziger abgeschafft wurden. Vieles, was in dieser Zeit hochgehalten wurde, wurde danach abgeschafft. Und dazu gehören Werte, die uns auch vor dem Dritten Reich zusammengehalten haben und uns ja auch das Überleben gesichert haben. Familie nämlich.“ (faz.net)

Das sie ausgerechnet bei den Katholiken unterschlupt findet ist tragisch, aber wohl auch nicht verwunderlich. Dort finden ja auch entartete Philosophen immer wieder Brot uns Spiele. Ebenso wird man dort ihre Sprache nur zu gut verstehen.

Kardinal Meissner hat gemutmaßt, das Kultur ohne religiösen Bezug entartet sei. Eva Hermann findet das es auch Gutes gab unter Hitler - z.B. die Familienpolitik. Pädophile dürfen nach zwei Jahren Altenheim wieder an frisches Blut.

Aber Frau Hermann hat sich vielleicht zu früh gefreut, droht doch Gegenwind aus den neuen Reihen. Der verbale Scharfschütze Kardinal Mixa hatte schon gegen Frau Bundesministerin von der Leyen angelegt und die Gebährmaschinen-Ideologie ihres Ministeriums gewettert. Es bleibt abzuwarten, ob er nicht auch gegen Frau Hermann seine schneidige Stimme erheben wird - denn was waren Frauen unter Hitler (unter Hitler, kann man das so sagen?) anderes, als Gebährmaschinen?

Links:

Eva Hermann bei den Katholiken

Eva Hermann und die Familienpolitik

Pädophilie in der Kirche

Kardinal Mixa und die Familienpolitik

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