“Alles könnte auch anders sein, aber ich kann das nicht ändern.” - Niklas LuhmannPosts RSS Comments RSS

Archive for the Tag 'free tibet'

Peking 2008 - vorbei?

Na was für ein Glück. Doch was ist geblieben? Monster, Medaillen, und keine Menschenrechte.

Die Wirtschaft geht mit prall gefüllten Brieftaschen nach Hause, China bleibt mit einem Schrank voller Goldmedaillien zu Hause und zwischen 1.5 Millionen und 6037 Chinesen haben ihr zu Hause verloren.

Monster

Des Weiteren bleiben zwei Testosteron geschwängerte Superathleten:

Micheal Phelps

Michael Phelps nach seinem zweiten Gold mit der Staffel

Usain Bolt

Usain Bolt domminiert das 100 Meter Finale

und sonst?

Medaillen

Ein Medaillenspiegel, wie er im Großen und Ganzen zu erwarten war, Doping, vor Doping vor Doping…

Finaler Medaillienspiegel Peking 2008

Deutschland steht mit weniger Gesamtmedaillen aufgrund der größeren Anzahl von Goldmedaillen einen Platz besser da, als nach Athen.
Die Presse, die ja so für den Kampf gegen Doping ist, beschwert sich über das schlechte Abschneiden der Deutschen in der Leitchtathletik und im Schwimmen. Den beiden Disziplinen, die ja bekanntlich über den Verdacht des Dopings erhaben sind.

Ein Zyniker mag jetzt einwerfen, dass schlechte Platzierungen kein Beweis für sauberen Sport sei. Jan Ullrich könnte vielleicht ein Beispiel sein, das sie hier anführen würden.

Doch die Hoffnung stirbt zuletzt.

Menschrechte

Hoffnung hatten auch viele Menschen. Hoffnung, dass die Menschenrechte eine Chance bekämen, Hoffnung, auf ein kleines bißchen Demokratie, doch diese Hoffnung war schon gestorben, bevor Olympia begonnen hatte.

Einige Zustände haben sich sogar verschlimmert. Es hat ganze 14 Tage gedauert, bis Jacques Rogge endlich sein unvermögen und seine Hilflosigkeit gegenüber den chinesischen Polizeistaat zum Ausdruck brachte. Nicht das daran nach dem Debakel um den Kampf gegen die chinesische Pressezensur noch jemand gezweifelt hätte. Aber Einsicht ist ja vielleicht der erste Schritt zur Besserung.

In London wird man sich sicherlich viel stärker für die Menschenrechte einsetzen!

Und Tibet? Tibet ist egal, niemand kräht mehr nach Tibet.

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Lucilla Agosti vs. Papst Benedikt XVI.

Auszug der Rede von Papst Benedikt vor der UN zur Universalität der Menschenrechte:

“Das Einstehen für Menschenrechte ist nach wie vor der beste Weg, um Ungleichheiten zwischen Ländern und gesellschaftlichen Gruppen abzubauen und für mehr Sicherheit zu sorgen. … Die Erklärung (der Menschenrechte) ist als eine “allgemeine Grundsatzvereinbarung” angenommen worden, und sie kann nicht bruchstückhaft angewendet werden, je nach Trends oder selektiven Entscheidungen, die nur das Risiko bergen, der Einheitlichkeit des Menschen und damit der Unteilbarkeit der Menschenrechte zuwiderzulaufen.”

Max - Italy Aktion “Free Tibet”:

Lucilla Agosti

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“JEDE Olympiade wird politisch genutzt”

Im Kommentar zum Beitrag “Friedman! Olympische Spiele!” wurde eine These aufgestellt, die ich voll unterstütze, die mich aber zugleich zu einer genaueren Betrachtung animiert hat.

“JEDE Olympiade wird politisch genutz”

Grundsätzlich sehe ich das genauso. Aber ich denke doch, dass Peking 2008 einen Sonderfall darstellt und darin Berlin 1936 nahezu ebenbürtig ist. Es geht darum, dass ein diktatorisches Regime eine riesige Propagandaschlacht inszeniert und darin (aber auch nur darin) steht China den Nazis in nichts nach.

Sicherlich ist es albern zu behaupten, bei den olympischen Spiele hätte Politik nichts zu suchen. Selbst in Sydney 2000 “lief” die Politik hoch zum olympischen Feuer - in Gestalt einer Aborigini-Athletin. Zwar Innenpolitik, aber auch Politik. Allerdings können olympische Spiele auch harmlos sein, so zum Beispiel Barcelona 1992 oder Athen 2004 (wenn man mal vom Doping absieht).

Doch, und darin sehe ich den großen Unterschied, Politik ist nicht gleich Politik. Es ist ein Unterschied, ob eine Regierung sportliches “greenwashing” betreibt und gleichzeitig reihenweise Todesurteile vollstreckt und den Aufstand einer Provinz niederknüppelt. Es ist etwas ganz anderes, wenn zwei Afroamerikaner die behandschuhte Hand gen Himmel strecken und damit auf die Menschenrechtssituation in Amerika aufmerksam machen.

Darin handeln sie nämlich genuin im Sinne der olympischen Spiele - die schon per Definition politisch sind. In den “Fundamental Principles of Olympism (s.11)” der Olympischen Charta ist unter Punkt eins zu lesen:

“Olympism seeks to create … respect for universal fundamental ethical principles”

Und weiter unter Punkt fünf:

“The goal of Olympism is to place sport at the service of the harmonious development of man, with a view to promoting a peaceful society concerned with the preservation of human dignity.”

Somit ist es ein hilfloser Versuch von Herrn Rogge, den Athleten zu drohen und von “unpolitischen Spielen” zu sprechen. Umgekehrt wird ein Schuh draus, im Sinne der Olympischen Charta sind die Athleten geradezu “verpflichtet” die Faust auch in Peking gen Himmel zu strecken und auf die Menschenrechtssituation in China im Allgemeinen und in Tibet im Besonderen hinzuweisen.

Vor diesem Hintergrund relativiert sich auch der “plötzliche” Protest gegen China, für Tibet. Abgesehen davon, das der kleine Tibetanische Mönch mit seiner Peace-Attitüde mittlerweile eine Pop-Ikone ist und mit seinem Charisma die Massen fesselt, wie Herr Hu Jintao durch seine kalte Propaganda und Staatsreson abschreckt. So steht ein Staat, der die sogenannten “Friedensspiele” austrägt unter besonderer Beobachtung und den werden andere moralische Ansprüche gestellt.

Ferner haben wir hier ein schönes Beispiel von globalisierter Kapitalismuskritik vor uns. China hat die Spiele bekommen, weil der Westen geil war auf den Markt China. Dies wird den Massen nun um so klarer, da sich die großkotzigen Ankündigungen “… if human rights are not acted upon to our satisfaction then we will act…” als leere Worthülsen entkleiden (Es sei den Jaques Rogge ist zufrieden mit der Menschenrechtssituation in China).

Somit haben wir es dieses Jahr mit einer doppelten “Entzauberung” der olympischen Spiel zu tun, sie sind nicht nur “nicht-unpolitisch”, viel schlimmer ist, das diese Spiele, stärker noch Atlanta 1996, durch und durch ökonomisch motiviert sind - der Sport ist nur Mittel zum Zweck.

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Micaela Ramazzotti vs. Papst Benedikt XVI.

Auszug der Rede von Papst Benedikt vor der UN zum Recht auf Einmischung:

“Jeder Staat hat die vorrangige Pflicht, seine eigene Bevölkerung zu schützen - sowohl vor ernsten und nachhaltigen Verletzungen der Menschenrechte wie auch vor den Folgen von humanitären Krisen, seien sie natürlich oder durch Menschen verursacht. Wenn Länder nicht in der Lage sind, diesen Schutz zu gewährleisten, muss die internationale Gemeinschaft mit den in der Charta der Vereinten Nationen vorgesehenen Rechtsmitteln und mit anderen internationalen Instrumenten eingreifen. Das Handeln der internationalen Gemeinschaft und ihrer Institutionen - vorausgesetzt, es hält sich an die der internationalen Ordnung zugrundeliegenden Prinzipien - sollte nie als unbefugtes Eingreifen oder eine Einschränkung der Souveränität verstanden werden. Im Gegenteil: Indifferenz und Nicht-Handeln ist das, was wirklich Schaden anrichtet.”

Max - Italy Aktion “Free Tibet”:
Micaela Ramazzotti

Mehr zum Thema:

  • Die Rede des Papstes vor der UNO in Auszügen
  • Free Tibet - Max Italy
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    • Olympia 2008 - Mutige Sportler gesucht
    • The Olympic Games 2008 in Peking, China and the OLYMPIC CHARTER
    • Für Hugh - Janine Habeck
    • Kein Boykott der olympischen Spiele…
    • Spielberg, China und die Menschenrechte
    • Nachschlag - Pressefreiheit in China
    • Nachgedacht - Olympia, ich freu mich drauf
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      The Olympic Games 2008 in Peking, China and the OLYMPIC CHARTER

      Fundamental Principles of Olympism (s.11)

      1. Olympism is a philosophy of life, exalting and combining in a balanced whole the qualities of body, will and mind. Blending sport with culture and education, Olympism seeks to create a way of life based on the joy of effort, the educational value of good example and respect for universal fundamental ethical principles.

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      2. The goal of Olympism is to place sport at the service of the harmonious development of man, ith a view to promoting a peaceful society concerned with the preservation of human dignity.

      We will Act

      5. Any form of discrimination with regard to a country or a person on grounds of race, religion, olitics, gender or otherwise is incompatible with belonging to the Olympic Movement.

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      Composition and General Organisation of the Olympic Movement (s.13)

      1. Under the supreme authority of the International Olympic Committee, the Olympic ovement encompasses organisations, athletes and other persons who agree to be uided by the Olympic Charter. The goal of the Olympic Movement is to contribute to uilding a peaceful and better world by educating youth through sport practised in ccordance with Olympism and its values.

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      Mission and Role of the IOC* (s.15)

      4. to cooperate with the competent public or private organisations and authorities in the endeavour to place sport at the service of humanity and thereby to promote peace;

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      6. to act against any form of discrimination affecting the Olympic Movement;

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      Kein Boykott der olympischen Spiele…

      … das wäre doch unfair China gegenüber!

      Paramilitärische Polizeitruppen

      Die Volksrepublik China verteidigt sich doch nur gegen die Gewaltaufrufe des Terroristen Dalai bin Lama, der mit seiner fundamentalistischen Ideologie das zivilisierte demokratische China bedroht.

      Protest

      Außerdem hat Olympia gar nichts mit Politik zu tun.

      Protest im nepalesischen Kathmandu

      Es geht um Völkerverständigung und

      Eigenblut

      fairen Sport. Da haben Gewalt und Unterdrückung nichs zu suchen.

      Ruf zum Boykott

      Und auch keine Boykottaufrufe.

      Deshalb sind folgende Youtube-Videos auch zurecht in China nicht zu sehen:

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      Sie sind aufrührerisch,

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      verlogen

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      und schmutzig.

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      Und passen somit nicht zum perfekt gedopten Saubermann-Image der chinesischen Diktatoren,

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      die von einem reinen, sauberen, mächtigen China träumen.

      Und deshalb heißt es Flagge zeigen.

      Flagge zeigen

      Deshalb Herr Jacques Rogge: Für einen Boykott der olympischen Spiele in China!

      Denn wie wurde es so schön formuliert:

      We will Act


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      Spielberg, China und die Menschenrechte

      Man könnte sagen, Respekt, weil sich Steven Spielberg entschieden hat, als künstlerischer Berater der olympischen Spiele in Peking 2008 zurückzutreten. Muss man aber nicht.

      Peking 2008 - Handschellen Ringe

      Man könnte sich aber auch fragen, wie es überhaupt dazu kam, dass er sich dazu durchgerungen hat, für dieses Regime zu arbeiten. Die diesjährigen olympischen Spiele Peking 2008 werden eine Farce, ebenso wie die Tour de France 2007.

      Dass das chinesische Regime die Spiele für eine unwürdige PR-Kampagne nutzt und dann auch noch die Frechheit hat, darauf zu verweisen, das Steven Spielberg mit der Vermischung von Politik und Sport dem Geist der Spiele zu beschmutzen, ist einfach nur dreist und passt genau zu dem Niveau dieses Schurke-Staates.

      Peking 2008 - Menschenrechte auf Platz 1

      Ich bin mir sicher, das China in jeder Disziplin, in der sie bisher nicht gut waren und in der man durch Doping seine Leistung steigern kann, mindestens einen Sportler auf dem Podium haben werden. Dass sie die Nation mit den meisten Medaillen werden, seht eh außer Frage.

      Die Chinesen wollen mit ihren Spielen zeigen, dass sie für eine große Nation sind, das sie groß darin sind Menschen auszubeuten sieht man in Berichten über Arbeitsbedingungen in ihren Fabriken und Minen, das sie groß darin sind, Menschen zu unterdrücken sieht man an ihrem Umgang mit der Opposition, der Zensur des Internets und “anders Denkenden” allgemein. Im Sommer werden wir auch verfolgen können, dass sie groß darin sind, zu dopen und sich zu inszenieren.

      Das hat es doch schon mal gegeben… 1936?

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