Die Filterblase – eine neue Sau im Dorf? (Update)

Letztes Jahr wurde ich beim CommunityCamp13 gefragt, was Luhmann wohl zur „Filterblase“ gesagt hätte. Vermutlich nichts, war meine Antwort. Jetzt nähert sich das CommunityCamp14 und gibt es sogar schon zwei Filterblasen. Hoffentlich setzt sich diese Entwicklung nicht fort!

Im Mittelalter bezog man seine Informationen von Händlern, Priestern und dem fahrenden Volk. Im prädigitalen Zeitalter sah man die Tagesschau, heute und las die Lokalzeitung. Heute informiert man sich über die Welt auf Google und Youtube, über Produkte auf Amazon und über die Aktivitäten seiner (fernen) Freunde auf Facebook. Früher galt man als „gut informiert“, heute ist man Opfer der „Filterblase“.

Die (Social Media) „Filterblase“, der krampfhafte Versuch einer überflüssigen – weil redundanten – Selbstbeschreibung von „Experten“.

Im Kontext von Digital oder Social Media Experten wird der Begriff noch für die Innenansicht – die nicht repräsentative Insiderperzeption von digitalen  Entwicklungen, die Kommunikationshürde einer Fachsprache bzw. die Überbewertung von Trends gebraucht, die in der „Welt da draußen“ anders wargenommen werden. Diese Differenz zwischen Insider und Laien wird in der „Welt da draußen“ schlicht als Experten-Laien-Kommunikation beschrieben.

Update: Vorwegnehmend sei angemerkt, das auch für die individuelle „Filterblase“ eines jeden schon einen oder mehrere Beschreibungsansatz gibt. Mein Favorit hierbei sind die dem Konstruktuvismus nahestehenden aspekte der selektiven Wahrnehmung und der Hinweis auf den notwendigen „Perspektivwechsel“.

Also bitte keine weitere pseudofachliche Verwässerung. Kann man über das erste Phänomen noch einige Momente nachdenken, fällt mir weiter nur ein Zitat meines ehemaligen Studienkollegen Frank Meisner ein

Wer heute noch glaubt etwas Neues entdeckt zu haben, beweist damit nur seine eigene Unbelesenheit.

PS: Die ARD wurde (18.09.2014) heute wegen der tendenziösen Berichterstattung zur Ukrainekrise vom Programmbeirat gerügt. Niemand spricht hier von dem Problem der „Filterblase“

 

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