Schwebendes Bier – absolut jugendgefährdend
Astrodicticum Simplex ist ein Blog, ein Wissenschaftsblog über das langweilige Thema Physik, naja, und noch ein bißchen mehr. Aber Astrodicticum Simplex hat ein Problem, Astrodicticum Simplex ist nämlich jugendgefährdent.
Physik, jugendgefährdend?
Ihr habt richtig gehört, Jugendschutzprogramm.de sagt, Astrodicticum Simplex ist jugendgefährdend. Frau Bundesfamilienministern Ursula von der Leyen (IM Zensursula) sollte sofort ein Stopschild aufstellen.
Natürlich leugnet der Täter, aber das haben die Hexen auch getan, doch der Ganstest hat sie noch immer überführt (Quanterabitur, Ritter der Kokusnuss).
Ich habe nun nach wochenlanger Rechercher festgestellt, warum Astrodicticum Simplex eindeutig jungendgefährdend ist, dazu schaue man sich diesen Beitrag an, der auf dem Blog verbreitet wurde:
Eindeutig jugendgefährdent. Ich bin natürlich sofort meiner Stasi-Pflicht nachgekommen und habe die Seite den obersten Behörden gemeldet.
Hier erfahrt ihr mehr zum Thema:
Wer Bundesfamilienministern Ursula von der Leyen (IM Zensursula) unterstützen möchte, kann sich hier weiter informieren:
re:public`09 – ein Resümee
“Der Dauerbrenner”: Hat jemand Netz? – Eine Internetkonferenz ohne Internet nervt.
“Das Highlight”: Lawrence Lessig – Society 2.0 – Ein spannendes Thema hervorragend präsentiert, so macht eine Konferenz spaß.
“Die Kinderkrankheit”: Nur ein Publikums-Micro im Großen Saal
“Die Spaßmacher”: Christian Heller – Das egoistische Mem; Markus Angermeier & Tomas Caspers – Pimp my Blog; Henning Krieg & Thorsten Feldmann – Bloggen & Recht; Mary C. Joyce – “The Power of the Digital Us: Obama and Beyond”; Markus Beckedahl – Politik 2.0 – zwischen Marketing und Veränderung – Der Vortrag stimmte mit der Ankündigung überein (war nicht immer so), das Thema wurde beherrscht, die Präsentation war strukturiert und witzig.
“Der absolute Flop!”: Peter Hogenkamp, Jakob Augstein, Helmut Lehnert, Petra Müller & Johnny Haeusler – Die Medienwelt im Wandel
Wer keinen Bock hat, soll doch zu Hause bleiben. Ein faules Podium, das irgendwie nicht mitbekommen hat, wo sie eigentlich waren. Zitat “Eigentlich hab ich ja gar keinen Bock mehr auf Medien”. Die Twitterwall war das unterhaltsamste, wenn sie lief.
Insgesamt: War gut, ist aber ausbaufähig.
Was sagen andere:
- maha’s blog – re:publica09
- Re-Publica Tag I – die Normalität (Indiskretion Ehrensache)
- Re-Publica Tag II – zwischen Banalität und Begeisterung (Indiskretion Ehrensache)
- Re-Publica Tag III – Parallelwelten (Indiskretion Ehrensache)
upddate 04.04.2009
- Berlin (3) (franzscript)
- Berlin (2) (franzscript)
- Berlin (1) (franzscript)
- re:publica 2009 Tag 1: John Kelly und „Blogs in Deutschland“ (Spreeblick)
- Re:publica Tag 3 #rp09 (Liz blogging)
- Re:publica Tag 2 #rp09 (Liz Blogging)
- Re:publica Tag 1 #rp09 (Liz Blogging)
update 05.04.2009
- re:publica revisited (Mädchenblog)
- re:publica 2009 (Tag 3: Cory Doctorow, Märchen, Hackerspaces und Future-Porn) (nerdocre)
- Republica 2009: Welcome your new Baby-Overprincess, Kulturflatrate, Larry Lessig und mein Offline-Tweet-Pokal voller Wodka (nerdocre)
- re:publica 2009 Tag 1: John Kelly und „Blogs in Deutschland“ (nerdocre)
- Social Networks und holländische Wohnzimmer (medienlese)
- re:publica: Kleine (persönliche) Nachlese (Onlinejournalismus)
- Re: publica – Shift happens – es wird! (blogreporterin)
- re:publica 2009: Lawrence Lessig, Cory Doctorow, Märchen, Hackerspaces und Future-Porn (spreeblick)
- #rp09 (bloggold)
- Johnny Haeusler – Bilanz re:publica09 (Youtube)
- re:publica09 – Flickr Fotostreamvon bosch_hh (Flickr)
- re:publica09 – Flickr: Tag republica09 (Flickr)
- Ein re:sümee (Mädchenmannschaft)
- re:publica 09: we don’t need no conferences? (Breitenbach)
- “Scheiß re:publica” – Mein Fazit der re:publica ‘09 (Endl)
- Die digitale Avantgarde in Berlin (tagesschau)
- Blogetten, Babykotze und Maskulisten (la lila)
- fiene & re-publica 09 #2 (daniel fiene)
- fiene & re-publica 09 #3 (daniel fiene)
- “Wir sind alle Presse” (Robert Glashüttner/FM4 ORF.at)
- Flickr Diashow #rpo09 (via @presseschauer)
Update vom 06.04.2009
- Folge 171 (Was mit Medien. Medienblog) (via @furukama)
- Ich seh’ nur Pfeifen (faz.net) (via @furukama)
Der Amoklauf von Winnenden
Die Medien übertreffen sich wiedermal mit peinlichen und abstrusen Diskussionen von Killerspielen und dem bösen Internet, Politiker nutzen den Fall um sich in Szene zu setzen. Hier eine Sammlung von albernen Verdächtigungen und peinlichem Populismus der Politiker rund um den Amoklauf von Winnenden:
Killerspiele
- Amokläufer verbrachte Abend vor der Tat mit Killerspiel (SPiegel)
- Amokläufer spielte am Abend vor der Tat Killerspiele (sz)
- Bayern: Landesregierung fordert strengeres Verbot von Killerspielen (Focus)
- Warum Jungen zu Schul-Killern werden (Die Welt)
- Amoklauf in Winnenden: Polizei vermutet Motiv von Tim K. im Internet (Focus)
- Experte: PC-Spiele allein nicht Schuld an Gewalt (sz)
- Amoklauf in Winnenden: Was ist „Counter-Strike“? (RP online)
- Nach Amoklauf: Bayern prüft erneut Verbot von Killerspielen (Information Week)
- CSU-Politikerin nutzt Amoklauf zur Spiele-Hetze
- Killerspiele, Zombies, Waffenrecht (sz)
- «Killerspiele»: Kugeln, Granaten und virtuelles Blut (sz)
- Gewalt im Game Was ist ein Killerspiel? (bild)
- CSU: Auf menschenverachtenden Schund verzichten (Golem)
- Amokläufe verhindern – Killerspiele und Waffen verbieten? (Christliches Medienmagazin pro)
Geschmackloses
- BILD traf die Grosseltern von Amokläufer Tim Kretschmer „Er war … (Bild)
- Amoklauf von Winnenden Diese jungen Leben hat er ausgelöscht (bild)
- +++ Der Amoklauf von Winnenden +++ Der Amoklauf von Winnenden+++ … (bild)
- Nach dem Winnenden–Amoklauf: Beste Aussichten auf neue … (Adhoc News)
Auswüchse
- Wenn Amok sich reimt (stern)
- Wie sich Amokläufer und Künstler inspirieren (Die Welt)
- +++ Der Amoklauf von Winnenden +++ Der Amoklauf von Winnenden+++ … (bild)
- Trauern verboten? (stern)
- Amoklauf: TV-Quoten vom Tag danach
Diskussionsansätze
Wenn gute Nachrichten zum Problem werden können
Eigentlich kann es einen ja nur freuen, wenn die braune Brut malwieder dokumentiert, wie dumm und unfähig sie zum großen Teil sind. Die drohende Zahlungsunfähigkeit der NPD klingt zunächst wie ein großes Glück, wo doch das erhoffte Pareitverbotsverfahren in weite Ferne gerückt zu sein scheint.
Doch so eine Medaillie hat immer zwei Seiten, wie Robin Alexander in der Welt:
Es ist gut, dass es die NPD gibt. Denn sie ist die ineffektivste, dümmste und gestrigste rechtsradikale Partei Europas… Die Partei konnte sich nur in den ödesten Gebieten Ostdeutschlands festsetzen, wo nach zwei Diktaturen der gesellschaftliche und wirtschaftliche Niedergang weiterging und von Bürgerlichkeit oder – wem der Terminus lieber ist – Zivilgesellschaft nichts mehr übrig ist. (Die Welt)
Man darf sich fragen, ob diese Herangehensweise vielleicht etwas zu kurz gedacht ist, doch wenn man sich das Bild anschaut, das die NPD in den letzten Monaten abgibt, scheint es zu stimmen. Vielleicht haben wir das „Glück“, das andere Populisten, der NPD die „breite Masse“ abspänstig machen.
Rechts außen liegt auch hier ein so großes, unerschlossenes Reservoir, dass es mit Jürgen Möllemann und Oskar Lafontaine auch Demokraten in Versuchung führt, deren Instinkt größer ist als ihr Verantwortungsgefühl. (Die Welt)
Nichts desto trotz werden die Schlägertrupps der braunen Brut immer mutiger, der Fall Alois Mannichl ist noch immer nicht aufgeklärt und selbst aus Schweden wandern die Vandalen ein.
Man sollte deshalb vor allem eines nicht tun, sie unterschätzen.
- NPD droht Zahlungsunfähigkeit (Spiegel)
- Mögliche Pleite der NPD ist keine gute Nachricht (Die Welt)
- 7 auf einen Streich – Nazi-Outings in Bayern
-
Passau ist überall – Neonazis in Bayern
Nichtwähler – Ein Überblick
1990 muss für die Politik ein Schock gewessen sein. Naja, zumindest hatte die Presse etwas zu schreiben.
Hatte Willi Brandt es noch geschafft, die Wahlbeteiligung auf einmalige 91,1 Prozent zu heben, brachte Helmut Kohl bei seiner zweiten Wahl trotz oder wegen der Wiedervereinigung nur 77,8 Prozent der Wahlberechtigten an die Urne. Die Politiker hatten etwas zu grübeln, die Presse etwas zu schreiben und die Wissenschaft hatte ein spannendes neues Forschungsgebiet, die Nichtwähler – das unbekannte Wesen.
Wahlenthaltung als Form des Wahlverhaltens
Anzahl
Nichtwähler gibt es einige. Bei der letzten Bundestagswahl waren es ungefähr 14.000.000. Auf Länder umgegrechnet hieße das, das Bayern, das Saarland und Bremen quasi nicht an der Wahl teilgenommen hätten, oder alternativ ganz Norddeutschland (Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen & Schleswig-Holstein).
Der Tübinger Wissenschaftler Michael Eilfort hat in einer Untersuchung festgestellt, dass der soziale Status ebenfalls eine Rolle spielt. Während Selbstständige und Beamte nur eine untergeordnete Rolle spielen, sind unter den Nichtwähler knapp 10 Prozent Arbeiter, 17 Prozent Rentner und 19 Prozent qualifizierte Angestellte zu finden.
Dabei sind Nichtwähler häufiger weiblich. Vor allem junge Frauen bleiben der Urne fern.
Im Zeichen der Vier
Die Gruppe der Nichtwähler kann man grob in vier Gruppen aufteilen:
- der technische,
- der grundsätzliche,
- der konjunkturelle und
- der bekennende Nichtwähler
Zu dem technischen Nichtwähler zählen die Verhinderten (z.B. durch Krankheit), die kürzlich Umgezogenen und die in Wahllisten falsch geführten werden.
Grundsätzliche Nichtwähler sind Überzeugungstäter. Hierzu gehören Bürger, die eine große Distanz zum politischen System haben. Häufig kommen diese aus sozialen Randgruppen oder haben einen niedrigen Bildungshintergrund. Zu ihnen zählen häufig auch religiöse Gruppen wie zum Beispiel die Zeugen Jehowas.
Die dritte Gruppe ist der Politik am liebsten, denn sie kann man noch überzeugen – jedenfalls theoretisch. Sie entscheiden sich im Laufe des Wahlkampfs, ob ihre Themen oder eine ihnen sympathische Person dabei ist. Für sie ist es wichtig, dass die Wahl von Bedeutung ist, denn Wählen ist ein Staatsbürgerakt. Dabei sind diese Nichtwähler zwar „Deutsche“ aber keine „Europäer“, sprich, sie gehen am ehesten zur Bundestagswahl, meiden aber die Europawahlen. Konjunkturelle Nichtwähler wird diese Gruppe genannt, bei denen ein deutscher Obama gute Chancen hätte, denn sie lassen sich auch durch „besondere politische Ereignisse“ mobilisieren.
Was bleibt sind die bekennenden Nichtwähler. Für sie ist nicht Wählen gehen ein Mittel des Protestes. Häufig sind sie politisch interessiert aber unzufrieden mit ihrer bevorzugten Partei.
Das sind immerhin bis zu 40 Prozent der Nichtwähler, die diese Gruppe ausmachen.
Unzufriedenheit und Zufriedenheit
Neben der konkreten Unzufriedenheit mit einer bestimmten Partei gibt es aber auch eine allgemeine Unzufriedenheit mit dem politischen System allgemein – mit „den“ Politikern und „den“ Parteien.
In seiner Untersuchung [gemeint ist Michael Eilfort, Anm. d. R.] sagten 32 Prozent der Wähler, alle Politiker seien korrupt. Bei den Nichtwählern vertraten über 50 Prozent diese Meinung. Zu der Formulierung „Politiker machen doch, was sie wollen“ sagten 52 Prozent der Wähler ja, aber 70 Prozent der Nichtwähler.
Denen gegenüber steht die Gruppe der zufriedenen Nichtwähler, also solchen, die „mit dem System im Allgemeinen“ zufrieden sind.
Hierbei handelt es sich um gut situierte, politisch interessiert und informierte Nichtwähler. Sie sind zufrieden mit dem politischen System und sie zeigen in der Regel eine nachlassende Bindung zu politischen Parteien, denn sie sehen wenige Unterschiede im Programm und Kandidaten der Parteien. Sie wägen Kosten und Nutzen der Wahl ab und bleiben auch gerne mal im Grünen.
Normalität oder Krise?
In der Beurteilung der schwindenden Wählerschaft stehen sich zwei Positionen gegenüber, die eine Position wird als „Normalisierungsthese“ bezeichnet, die Gegenposition als „Krisenthese“.
Die „Normalisierungsthese“ besagt, „dass inzwischen auch die Deutschen ihre “Untertanenmentalität” der fünfziger Jahre abgebaut haben“, „dass der Wähler nicht mehr das Gefühl habe, bei jeder Wahl gebraucht zu werden“. Es treten normale demokratische Verhältnisse ein, wie sie in anderen Ländern auch vorzufinden sind.
Dem gegenüber steht die These der Krise des politischen Systems, die so weit geht, dass „eine zunehmende Delegitimierung der Parteien bzw. des gesamten politischen Systems“ gesehen wird. Die Stimmenthaltung der Bürger sei ein Warnsignal. „Die Nichtwahl ist so verstanden ein bewusst eingesetztes Mittel, um Unzufriedenheit und Protest zu äußern – der viel beschworene „Denkzettel“ und damit ein Akt politischen Verhaltens.“
Was heißt das jetzt für uns?
Wenn man sich das Ganze so anschaut, dann scheint der Nichtwähler ein ziemlich bekannter Typus zu sein, vielleicht sogar bekannter als der Wähler.
Aber was heißt das jetzt für uns? Steckt Deutschland in der Krise? Müssen wir die Delegitimierung der Parteien fürchten? Oder müssen wir befürchten, dass durch die geringer werdende Wahlbeteiligung mehr antidemokratische Gruppen in die Parlamente gelangen?
Vielleicht ist es aber auch gar kein Problem, denn schließlich sind wir freie mündige Bürger und Nichtwählen ist ebenso ein Grundrecht. So wie man nicht nicht-kommunizieren kann, ist Nichtwählen auch eine Wahl.
Was meint ihr?
- Die Nichtwähler – stärkste Partei, auch in Hessen (Morgenpost)
- Der Schlaf der Demokratie (sz)
- SPD-Aderlass an Nichtwähler und Grüne (faz)
- Nichtwähler und Protestwähler (bpb)
- In Hessen entschieden die Nichtwähler (wiwo)
- Strafe für Parteien (focus)
Hintergrund
- Bevölkerung und Fläche der Bundesländer
- Wahlberechtigte und Bevölkerung (bpb)
- Von der Freiheit, nicht zu wählen (zdf)
- Wahlforschung (bpb)
- Nichtwähler (wikipedia)
- Wahlbeteiligung (wikipedia)
Holocaust-Leugner Williamson oder Murphy´s Law
Papst Benedict hat gestern die Priesterbruderschaft St. Pius X. wieder in den Schoss der Kirche „zurückgeholt“. Das ist an sich kein Skandal, skandalös ist jedoch, dass ein Mitglied der Gemeinschaft erst kurz zuvor den Holocaust in Zweifel stellte.
Hintergrund
Die Mitglieder der ultra-konservativen Gruppierung wurde 1988 vom Papst exkomuniziert, nachdem sie die vier Priester Bernard Fellay, Bernard Tissier de Mallerais, Richard Williamson und Alfonso de Galarreta zu Bischöfen ernannte. Die Bischofsweihe darf aber nur in päpstlichen Auftrag durchgeführt werden. Nach dem Scheitern der Verhandlungen zwischen dem Gründer der Gemeinschaft Erzbischof Marcel Lefebvre und Kardinal Joseph Ratzinger, dem heutigen Papst Benedikt XVI., erfolgte der Ausschluss der Bruderschaft aus der katholischen Kirche.
Die Bruderschaft – faschistoide Tendenzen
Die Priesterbruderschaft St. Pius X. zählt zur äußerten Rechten in Glaubensfragen.
Theologisch nimmt sie einen traditionalistischen Standpunkt ein und lehnt einige Punkte des Zweiten Vatikanischen Konzils – wie die Ökumene in ihrer heutigen Form und Zielsetzung, die Religionsfreiheit, die Kollegialität der Bischöfe und die Liturgiereform im Anschluss an das Konzil – ab, weil sie sie für mit der katholischen Lehre unvereinbar ansieht.
Zu gut-deutsch, die Bruderschaft hält ihre Messen auf Latein, ist gegen die Annäherung der katholischen Kirche mit den Protestanten und Orthodoxen und erst recht gegen andere Religionen (immerhin haben die Juden doch Jesus umgebracht).
Wessen Geistes Kind die Bruderschaft ist, zeigte sich unter anderem in Stuttgart. Zum Christopher-Street-Day protetsierte die Bruderschaft gegen die „moralische Umweltverschmutzung“ mit Plakaten wie: „Rettet Kinder vor Perversen“ und „AIDS Geissel der Unzucht“ und beteten zur „Wiedergutmachung der Perversion und Übertretung des 6. Gebotes des Dekalogs: ‚Du sollst nicht Unzucht treiben.‘“.
Schafe heimholen und Holocaust leugnen
Nun hat Papst Benedikt XVI. die Schafe wieder heim geholt – aus kirchenpolitischen Erwägungen, man suche die Annäherung. Man kam der Bruderschaft unter anderem damit entgegen, das im letzten Jahr wieder lateinische Messen zugelassen wurden.
Ob man die jüngsten Äußerungen von Bischof Richard Williamson als entgegenkommen bezeichnen darf, ist hingegen fraglich.
Es seien nicht sechs Millionen Juden von den Nazis ermordet worden, sondern 200.000 bis 300.000 – aber keiner von ihnen in Gaskammern (Bischof Richard Williamson – Netzeitung)
Verbal hat sich die katholische Kirche von dieser Aussage distanziert.
Die Leugnung des Massenmordes an den Juden durch den britischen Bischof sei „inakzeptabel“ und gehöre nicht zur Lehre der katholischen Kirche. (Matthias Kopp, Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz, im ZDF-Morgenmagazin)
Dagegen äußerst sich die Bruderschaft nur nebulös.
Unser Herr Jesus Christus ist seiner menschlichen Natur nach Jude, seine hochheilige Mutter ist Jüdin, alle Apostel sind Juden. Schon deshalb kann kein aufrechter Christ Antisemit sein. (Pater Franz Schmidberger, deutschen Piusbrüder – Spon)
Das dies eine bewusste Irreführung ist, liegt nahe, wenn man sich anschaut, was Pater Franz Schmidberger laut Spiegel Online kürzlich in einem Brief an deutsche Geistliche geschrieben hat.
„Wir sehen mit Trauer Papst Johannes Paul II. und nun auch Papst Bendedikt XVI. in eine jüdische Synagoge gehen … Die Juden unserer Tage“ seien „nicht nur nicht unsere älteren Brüder im Glauben, wie der Papst bei seinem Synagogenbesuch in Rom 1986 behauptete; sie sind vielmehr des Gottesmordes mitschuldig…“
Die Schafe zurück in der Herde
Herr Kopp sagte heute morgen im Frühstücksfernsehen, die Wiederaufnahme der Bruderschaft in die katholische Kirche und die Aussagen ihres Bischofs haben nichts miteinander zu tun. Akademisch betrachtet mag dies vielleicht richtig sein.
Inhaltlich kann man das aber auch anders sehen. Denn von außen betrachtet muss man sich doch fragen, wieso die Kirche eine solche Gemeinschaft wieder zurück in ihren Kreis holt, wo man doch gewusst haben muss, welche Inhalte sie vertritt. Hat man es womöglich billigend in Kauf genommen, um den Konservativen im eigenen Lager entgegen zu kommen?
Vielleicht hat man gehofft, es fällt niemandem auf, wen man dort anheuert. Unglücklicher Weise hat Murphy´s Law zugeschlagen und eines der Schafe hat zu früh wieder angefangen zu blöcken.
Ernsthafte Vergangenheitsbewältigung (-> Rolle der Kirche im Dritten Reich) sieht jedenfalls anders aus…
-
Priesterbruderschaft St. Pius X. (wikipedia)
- Rechtsextremisten feiern Holocaust-Leugner Williamson (spon)
- Ranke-Heinemann wirft Papst Bagatellisierung des Antisemitismus vor (spon)
- Papst rehabilitiert Holocaust-Leugner (netzeitung)
- Kircheneinheit mit einem Holocaust-Leugner? (faz)
- Opus Justitiae Pax. Eugenio Pacelli – Papst Pius XII. – Die Papstausstellung (Museumsportal)
- Der Papst, der schwieg (taz)
Lance Armstrong – Der George Bush des Radsports
„Das wohl dreisteste Comeback der Sportgeschichte“ nannte es die sz. Lance Armstrong radelt wieder und mit ihm der Tross der Pressedackeln, die seiner PR-Kampange hinterhecheln.
Ob das Pharmawunder aus Texas heute sauber ist, ist gar nicht mehr wichtig. Seine Vergangenheit und sein Gebahren fahren heute noch mit. Einige lieben seine „Professionelle“(Doping?)-Einstellung, andere sehen in ihm das personifizierte Böse, das seelegnruhig die Ermittlungen im Fall Fuentes begrüßen kann. Zum einen darf er aufgrund seiner Erkrankung Medikamente nehmen, die andere nicht nehmen dürfen, zum anderen hat er seine eigenes Team von Wissenschaftlern, das ihn topfit hält.
Wenigstens hat es bei der ersten Zielankunft in Australien auch Buhrufe für Armstrong gegeben, wenigstens ein paar Zuschauer lassen sich vom George Bush des Radsports nicht blenden.
Merh zum Thema:
- Armstrong fährt und lobt Fuentes-Ermittlungen
- Küsse für das System
- „Messias“ mit Misstönen: Armstrong polarisiert
Die Soziologie des Deejayings – Die Kunst des Mixens
Nerdcore hat darauf aufmerksam gemacht, dass die Bundeszentrale für politische Bildung in ihrem Heft „Idole-Kult“ unter anderem den sehr interessanten Aufsatz von Ronald Hitzler und Michaela Pfadenhauer „Arbeitsalltag einer Kultfigur: Der Techno-DJ“ veröffetnlicht hat.
Ein absolut lesenswerter Artikel, sehr interessant.
Da in dem Artikel aber der populäre deutsche Plattenaufleger Dr. Motto als kompetenter DJ zitiert wird
„Also das mit dem Auflegen ist ganz einfach: Da nimmst du zwei Platten, legst sie auf dem Plattenteller, lässt die erste laufen, mischt die zweite rein, nimmst die erste runter und legst´ne neue auf. Und weiter geht´s“ (S. 33, Arbeitsalltag einer Kultfigur: Der Techno-DJ)
sah ich mich zu diesem Post angeregt. Zumal das Video unten sehr schön verdeutlicht, wie das so ist, „eine Pallte nach der anderen aufzulegen“.
In einer Diskussion über das (damalige) Mainstream-DJ-Popularitäts- Phänomen á la Nathalie de Borah (u.a. Depot/Münster), DJ Quissilver(1live) und Piet Blank( 1live) hat Pascal F.e.o.s. einmal gesagt,
„es gibt bei uns zwei Arten von Acts, Plattenaufleger und DJ´s. Die Plattenaufleger klatschen dir einen Hit nach dem anderen drauf, die DJ´s haben eine Gefühl für ihr Set, sie verstehen es Spannung aufzubauen und wieder rauszunehmen, sie haben ein Konzept.“(Sinngemäß widergegeben)
Das was ich von Dr. Motto gehört habe, gehört eindeutig zur ersten Kategorie. Es reicht eben nicht aus, eine Platte nach der anderen zusammen zu wursteln und dann noch ein bißchen auf die Party zu schauen – scheiß auf die Übergänge, scheiß auf den Flow.
Dr. Motto ist meiner Meinung nach in sofern ein schlechtes Beispiel, als in dem Aufsatz vorangestellt wird, dass gerade die Frage, wieviel mediealen „Fame“ einem DJ voraus geht, nicht berücksichtigt werden soll, sondern nur auf die Kompetenz geschaut werden soll, „Fame“ ist aber die einzige Grundlage von Dr. Motte´s „Ruhm“, da seine großé Popularität daher rührt, dass er sich als Vater der Loveparade stilisiert und sich anschließend in Muschelblasenden selbstinszinierungen als Techno-Star produziert hat, und nicht durch große DJ-Leistungen.
Ich denke, Jeff Mills wäre eine bessere Referenz gewesen. Der beherrscht die Kunst des Mixens, überzeugt euch selbst.
JEFF MILLS: The Exhibitionist Mix (schwarz)
- Jeff Mills: The Exhibitionist Mix (part 1/5)
- Jeff Mills: The Exhibitionist Mix (part 2/5)
- Jeff Mills: The Exhibitionist Mix (part 3/5)
- Jeff Mills: The Exhibitionist Mix (part 4/5)
- Jeff Mills: The Exhibitionist Mix (part 5/5)
JEFF MILLS: Purpose Maker Mix (weiß)
- JEFF MILLS: Purpose Maker Mix (part 1/5)
- JEFF MILLS: Purpose Maker Mix (part 2/5)
- JEFF MILLS: Purpose Maker Mix (part 3/5)
- JEFF MILLS: Purpose Maker Mix (part 4/5)
- JEFF MILLS: Purpose Maker Mix (part 5/5)
Mr. Doping is coming home
Zum Kotzen! Lance Armstorng will tatsächlich nochmal die Tour de France fahren. Die Galleonsfigur des verseuchten Radsports traut sich wieder auf die Straße und will nicht nur Australien, sondern auch gleich Italien (Giro d’Italia) und Frankreich (Tour de France) mit seinem medikamentengestehlten Körper beglücken. Das Aushängeschild der Pharmaindustrie fährt natürlich für den Astana-Rennstall, alles andere wäre ja auch völliger Blödsinn – um Jogi Löw zu zitieren.
Zum Glück haben sich ARD und ZDF aus der Berichterstattung zurückgezogen, jeder Pfennig GEZ-Gebühren für die Tour de France wäre im Moment Verschendung. Zunächst muss der Radpsort deutliche Zeichen setzen, eine Rückkehr von Lance Armstrong ist meiner Meinung genau das Gegenteil.
Gerne würde ich an dieser Stelle sagen, dass es mir um die ehrlichen Teilnehmer der Tour leid tut, gerne würde ich hier auch Namen nennen. Leider habe ich nach der wenig überzeugenden Aussage von Eric Zabel und der – für mich komplett unglaubwürdigen – von Jan Ullrich nicht das Gefühl, dass es davon wikrlich noch welche gibt, sorry.