Die Soziologie des Deejayings – Die Kunst des Mixens

Kategorien: Artikel, Gesellschaft

Nerdcore hat darauf aufmerksam gemacht, dass die Bundeszentrale für politische Bildung in ihrem Heft „Idole-Kult“ unter anderem den sehr interessanten Aufsatz von Ronald Hitzler und Michaela Pfadenhauer Arbeitsalltag einer Kultfigur: Der Techno-DJ“ veröffetnlicht hat.
Ein absolut lesenswerter Artikel, sehr interessant.

Da in dem Artikel aber der populäre deutsche Plattenaufleger Dr. Motto als kompetenter DJ zitiert wird

„Also das mit dem Auflegen ist ganz einfach: Da nimmst du zwei Platten, legst sie auf dem Plattenteller, lässt die erste laufen, mischt die zweite rein, nimmst die erste runter und legst´ne neue auf. Und weiter geht´s“ (S. 33, Arbeitsalltag einer Kultfigur: Der Techno-DJ)

sah ich mich zu diesem Post angeregt. Zumal das Video unten sehr schön verdeutlicht, wie das so ist, „eine Pallte nach der anderen aufzulegen“.

In einer Diskussion über das (damalige) Mainstream-DJ-Popularitäts- Phänomen á la Nathalie de Borah (u.a. Depot/Münster), DJ Quissilver(1live) und Piet Blank( 1live) hat Pascal F.e.o.s. einmal gesagt,

„es gibt bei uns zwei Arten von Acts, Plattenaufleger und DJ´s. Die Plattenaufleger klatschen dir einen Hit nach dem anderen drauf, die DJ´s haben eine Gefühl für ihr Set, sie verstehen es Spannung aufzubauen und wieder rauszunehmen, sie haben ein Konzept.“(Sinngemäß widergegeben)

Das was ich von Dr. Motto gehört habe, gehört eindeutig zur ersten Kategorie. Es reicht eben nicht aus, eine Platte nach der anderen zusammen zu wursteln und dann noch ein bißchen auf die Party zu schauen – scheiß auf die Übergänge, scheiß auf den Flow.

Dr. Motto ist meiner Meinung nach in sofern ein schlechtes Beispiel, als in dem Aufsatz vorangestellt wird, dass gerade die Frage, wieviel mediealen „Fame“ einem DJ voraus geht, nicht berücksichtigt werden soll, sondern nur auf die Kompetenz geschaut werden soll, „Fame“ ist aber die einzige Grundlage von Dr. Motte´s „Ruhm“, da seine großé Popularität daher rührt, dass er sich als Vater der Loveparade stilisiert und sich anschließend in Muschelblasenden selbstinszinierungen als Techno-Star produziert hat, und nicht durch große DJ-Leistungen.

Ich denke, Jeff Mills wäre eine bessere Referenz gewesen. Der beherrscht die Kunst des Mixens, überzeugt euch selbst.

JEFF MILLS: The Exhibitionist Mix (schwarz)

JEFF MILLS: Purpose Maker Mix (weiß)

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