ZDF Moderator Poschmann und die Dopingjäger

Die olympischen Spiele in London 2012 haben ihren kleinen Doping-Skandal. Das ist nicht verwunderlich, denn jeder hat ihn erwartet. Allerdings ist nicht die 15-jährige Chinesin, die innerhalb von 4 Monaten ihre Bestleistung mal eben um 2 Sekunden verbessert hat – auf 100 Meter – gemeint. Nein, es ist der altgediente „Kampfplauderer“ Wolf-Dieter „Poschi“ Poschmann vom ZDF, der sich gestern im Eifer des Gefechts bei Usain Bolts 100 Meter Lauf zu folgender Aussage hat hinreisen lassen:

„Das Vorhaben, Dopingsünder im Grunde genommen lebenslang wegzusperren, ist ja gescheitert – das ist auch nachvollziehbar. Weder die Vier-Jahres-Sperre noch ein Olympia-Verbot sind rechtlich durchsetzbar und wären ja auch nicht die Lösung. Im Grunde genommen wäre es nur die Fortsetzung der Augenwischerei, der Heuchlerei des immer noch unorthodoxen, wenig effizienten Kontroll-Aktivismus, verbunden mit hohen Kosten und mit der Dämonisierung der wenigen, die dann noch ins Netz gehen – das ist nicht die Lösung!” (vgl. Poschi und die Doping-Jäger)

Jetzt entbrennt eine kleine Diskussion um diese Aussage des ZDF-Moderators. Die einen meinen, Herr Poschmann habe nur die verkorksten Kontrollmethoden und das dahinter stehende bigotte System anprangern wollen. Die anderen unterstellen dem ZDF-Moderator Absicht und Verharmlosung von Doping.

So weit, so gut, ganz klar drückt er sich nicht aus. Die Inkonsequenz, mit der in einigen Ländern mehr (0 Schwimmmedailien für Deutschland), in anderen Ländern weniger (16 in den USA) kontrolliert wird, ist haarsteubend. Auch die Pharmakonzerne sind nicht gerade zurückhaltend damit, immer neue, nicht nachweisbare Doping-Methoden zu entwickeln (selbst Alpicin ist ja mit von der Party 😉 ).

Doch Poschi hatte zehn Minuten zuvor den amerikanischen Läufer Justin Gatlin, der 4 Jahre wegen Dopings gesperrt war, als einen, der sich zwar sperren aber nicht beugen läßt gelobt. Einen der alles für seinen Sport tut und sich nichtmal von einer Sperre aufhalten lässt.
Das ist schon ein starkes Stück, was Herr Poschmann da vom Stapel lässt. Das läßt sich auch nicht mehr als „im Eifer des Gefecht“ entschuldigen, denn das war vor dem Lauf, während der Vorstellung der Läufer. Herr Poschmann vermittelt den Eindruck, dass er Leistung um jeden Preis moderieren möchte, koste es was es wolle. Wenn Herr Poschmann Nachhilfe braucht, was die Konsequenzen sind, dann kann er ja mal hier nachlesen:  „Ich habe ein behindertes Kind“ – DDR-Doping und die Folgen. Vielleicht sollte Herr Poschmann erstmal nicht mehr zum Mikrofon greifen.

Hier noch ein kuzer Überblick über einige Meinungen bezüglich Poschmanns Äußerungen:

Update: Zensursula könnte im Bundesrat abgelehnt werden – muss es aber nicht

Heute findet neben 59 anderen Entscheidungen im Bundesrat auch die Abstimmung zur Internetsperre gegen Kinderpornographie statt. Wenn sich alle mitregierenden „kleinen“ Parteien enthalten, kommt die CDU/SPD-Koalition nur auf 30 Stimmen. Die Mehrheit im Bundesrat liegt aber bei 35 Stimmen und

Das Grundgesetz schreibt in Art. 51 Abs. 3 Satz 2 vor, dass die Stimmen eines Landes nur einheitlich abgegeben werden können. Dies bedeutet, dass alle einem Land zustehenden Stimmen gleich lauten müssen, also „Ja“, „Nein“ oder „Enthaltung“. Da für Beschlüsse mindestens die absolute Mehrheit der Stimmen, bei Grundgesetzänderungen auch eine Zweidrittelmehrheit erforderlich ist, werden bei den Abstimmungen nur die Ja-Stimmen gezählt. Damit wirken Enthaltungen wie Nein-Stimmen. (wikipedia)

Bundesrat (wikipedia)

Die „kleinen“ Parteien können – wenn es ihnen ernst ist – durch ihre Stimmenthaltung das Gesetz im Bundesrat verhindern.

Die FDP kann in Baden Württemberg(6 Stimmen), Bayern(6 Stimmen), Hessen(5 Stimmen), Niedersachsen(6 Stimmen) und Nordrhein-Westfalen(6 Stimmen) die Zustimmung verweigern, damit fehlen dem Gesetz 29 Stimmen.

Die Grünen können in Bremen(3 Stimmen) und Hamburg(3 Stimmen) die Zustimmung verweigern. Damit würden dem Gesetz weitere 6 Stimmen fehlen.

Macht zusammen 35 Enthaltungen.

Um auf Nummer sicher zu gehen sollte man diesesmal die Lippenbekenntnisse der Linken nicht vergessen, die in Berlin (4 Stimmen) die Zustimmung verweigern könnten, macht zusammen 39 Enthaltungen = Nein-Stimmen.

Die Zensur-Koalition aus SPD und CDU würde so mit Brandenburg(4 Stimmen), Rheinland-Pfalz(4 Stimmen), Saarland (3 Stimmen), Sachsen(4 Stimmen), Sachsen-Anhalt(4 Stimmen), Schleswig-Holstein(4 Stimmen) und Thüringen(4 Stimmen) zusammen nur auf 30 Stimmen kommen und hätte somit keine Mehrheit für das Gesetz.

Mehr zum Thema:

Update: Wie Hermann Paschulke aber gerade kommentiert hat, schient das blöde Gesetz nicht Zustimmungspflichtig zu sein…

ACTA – Uberwachung aller Nutzer des Internets

Liebe Frau Merkel,

Stoppen sie ACTA! Weltweit gibt es berechtigte Proteste: ACTA schützt nicht das Urheberrecht im Sinne der Urheber. Aber es gibt den Verwertern eine Waffe in die Hand, die bewirkt, daß z.B. Bildung noch weniger frei verfügbar ist als bisher. Wissen, das der Allgemeinheit dient, muß frei verfügbar sein, für alle Menschen! Das Internet und dessen Nutzung soll NICHT den Bürger transparent machen, es soll wirtschaftliche und politische Zusammenhänge für alle transparent machen. Es soll Lernen erleichtern, Wissen vermitteln und diese wichtigen und guten Seiten des Internets dürfen nicht ausgebremst werden von Interessengruppen, die nur Gewinnmaximierung im Sinn haben und den „Gläsernen Bürger“ schaffen. Das geht nur über gesetzliche Kontrolle aller Bürger im Internet. Kontrolle haben wir schon mehr als genug! Es liegt in der Hand der Regierung! Unterzeichnen sie das Abkommen nicht!

Jede Stimme zählt > Dialog über Deutschland – ACTA stoppen

Mehr zum Thema

Was ist ACTA

Seit gut zwei Jahren wird ein Abkommen mit dem Namen ACTA verhandelt. Es wird durch die beteiligten Parteien im Geheimen vorangetrieben. Die Auswirkungen werden uns alle betreffen. Wir verlangen den Stopp und die Offenlegung der Verhandlungen. Es gibt deutliche Anzeichen, dass die Auswirkungen dieses Vertrags heftige Eingriffe in die persönliche Freiheit jedes Bürgers zur Folge haben.

Mehr zum Thema