“Alles könnte auch anders sein, aber ich kann das nicht ändern.” - Niklas LuhmannPosts RSS Comments RSS

Archive for Januar, 2009

Wahlschlepper in der Geschichte

Wahlschlepper ist ein umgangsprachlicher Begriff.  Als Wahlschlepper wurde Menschen bezeichnet, die mal mit mehr, mal mit weniger Einsatz von Druck oder Gewalt versucht haben, Wähler zur Stimmabgabe für eine besitmmte Partei zu bewegen. Der Begriff ist in Deutschland ebenso bekannt, wie in den USA.

In den USA soll Edgar Allan Poe Opfer von Wahlschlepper geworden sein. Zu Poes Zeiten war es durchaus üblich, dass Banden Wähler mit Alkohol abfüllten und an die Wahlurne zerrten, wo sie dann - auch mehrmals - ihr Kreuz für die gewünschten Kandidaten machen mussten.

Auch im Deutschland des frühen zwanzigsten Jahrhunderts waren Wahlschlepper üblich, um an Stimmen zu gelangen. Schon vor der Weimarer Republik wurden Wahlschlepper eingesetzt. So zum Beispiel Dr. jur. Reinhold Maier, der sich vor dem 1. Weltkrieg „seine ersten politischen Sporen“ als Wahlschepper verdiente, 1939 nach England floh und 1945 von dem Amerikaner als erste Ministerpräsident von Baden Württemberg eingesetzt wurde.

Wahlschlepper gehörten im Nationalsozialismus wie in der DDR zum Wahlalltag. Sie hatten sicherzustellen, dass zum einen ausreichend Bürger zur Wahl gingen, zum anderen die NSDAP und die SED die nötigen erwünschten Ergebnisse erzielten.

In den USA fand man Mitte des letzten Jahrhunderts Wahlschlepper bei den sogenannten „Dritten Parteien“ – kleinere Parteien, die gegen die Republikaner und Demokraten antraten . Sie gehörten zu den „Parteimaschinen“ gut positionierter „Bosse“ in der Verwaltung, die mit der Vergabe von Jobs die Loyalität ihrer „Wähler“ sicherten.

So hatte die sogenannte Tweed-Maschine in New York City etwa 12 000 Anhänger in städtischen Ämtern untergebracht, allein knapp 900 in der Marktüberwachungsbehörde, von denen allerdings in Wahlkampfzeiten nur etwa 40 an ihrem Arbeitsplatz anwesend waren. Die anderen arbeiteten als Wahlschlepper, sorgten auf jeden Fall dafür, daß das Wahlergebnis am Wahlabend “stimmte”. (Die Welt)

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Schlagzeilen vom 31.01.2009

Der Obama der Republikaner (sz)

Die Republikaner haben den afro-amerikanischen Kandidaten Michael Steele zum Vorsitzenden gewählt. Ein interessanter, fast schon etwas kitischiger Schritt. Spannend dürften auch die Reaktionen im Süden und mittleren Westen ausfallen.

Kugellager-Lady blitzt ab (sz)

Maria-Elisabeth Schaeffler hat einen Korb bekommen. Nachdem die Milliarden-Schwere Unternehmerin Continental übernommen hat, bittet sie jetzt um Unterstützung vom Staat - ohne uns, sagt die Regierung. Frau Schaeffler solle zuerst ihr Privatvermögen einbringen. Auf den ersten Blick eine vernünftige Entscheidung, auf den zweiten kann man sich aber Fragen, ob man das nicht auch von den milliardenschweren institutionellen Aktionären der Banken hätte verlangen können.

Debatte über Thüringer Polizei (mdr)

Sicher, alle müssen sparen, warum also auch nicht die Polizei? Man ruht sich auf einer Aufklärungsqoute von 64% aus und läßt 36% der Verbrechen unaufgeklärt - Probleme mit Rechtsradikalen gibt es in Thüringen ja sowieso nicht, hat es auch nie gegeben.

Erdogan: Palästinensergebiete sind Freilichtgefängnis (handelsblatt)

Der türkische Ministerpräsident fühlt sich offenbar wohl in der medialen Öffentlichkeit. Nach dem inszenierten Eklat in Davos, für den er zu Hause gefeiert wurde wie ein Olympiasieger, bezeichnet Erdogan “die von Israel kontrollierten Palästinensergebiete als Freilichtgefängnis”. Die Ansicht ist sicherlich so falsch nicht, nur das in der Westbank auch noch einige der zionistische Wärter mit im Knast sitzen. Man darf gespannt sein, wie die sonst doch so guten Beziehungen zu Israel sich weiter entwickeln.

Der BND, dumm wie die Nacht (stern)

Wenn heimlich Bespitzelungen auffliegen ist das schon peinlich, wenn man dann aber auch noch heimlich den Falschen bespitzelt hat, dann ist das schon dumm, sagt Hans Peter Schütz im stern. Der BND war auf Schütz gestoßen, hatte ihn dann aber als den Schriftsteller Ulrich Ritzel identifiziert. Wenn man die weiteren Ausführungen liest, wittert man schon den Roten Faden des nächsten Hot Shots-Film mit rein deutscher Besetzung: Hot-Shots - der dümmste Nachrichtendienst der Welt!

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Bondgirls in den Medien

Die Zusammenfassung meiner Diplomarbeit zum Thema “Zum Wandel der Darstellung der Wissenschaft im James Bond-Film” aus dem Forschungsmagazin der Universität Bielefeld (27/2004, PDF). Die Diplomarbeit entstand im Anschluss an das Lehrforschungsprojekt “Die Wahrnehmung der Wissenschaft durch Hollywood” unter der Leitung von Professor Peter Weingart.

Das (neue) Bild der Wissenschaftlerinnen

“Trend zu Frauen in der Forschung ist steigend” schrieb der österreichische Standard. Für James-Bond-Fans ist dies nichts neues, der Bildungsgrad der Bond-Girls steigt seit Ende der 70er Jahre.

Wenn der Name James Bond fällt, denk man zunächst nicht an Wissenschaft, sondern wohl eher an Q und dessen technische Spielereien, Verfolgungsjagden und leicht bekleidete Damen in Bikinis. Das in den James-Bond-Filmen Wissenschaft einen wachsenden Stellenwert hat und immer mehr Wissenschaftler zu finden sind, dürfte nicht jedem Aufgefallen sein. Vor allem der Umstand, dass vermehrt Wissenschaftlerinnen auftreten entspricht nicht ganz den Erwartungen, weder der von Wissenschaftlern noch denen der James-Bond-Fans.

Public Understanding of Science und der Spielfilm

1985 stellte die Royal Society in ihrem Bericht „Public Understanding of Science“ die Problematik des mangelnden Verständnisses der Öffentlichkeit von Wissenschaft fest. Eine Reihe von Aktivitäten waren die Folge, wie auch dieses Heft verdeutlicht.

Die Untersuchungen haben gezeigt, dass ein von den Wissenschaftler oftmals wenig geliebter Bereich der Gesellschaft, nämlich die Medien, ein wichtige Rolle in diesem Verhältnis inne haben. Nur wenige Menschen haben persönlichen Kontakt zu Wissenschaftlern, z.B. in Familie und Beruf. Sie beziehen ihr Bild über Wissenschaftler hauptsächlich aus den Medien. TV-Formate wie Nachrichten oder Wissenschaftsmagazin, sowie die Berichterstattung in den Printmedien wurden auf ihren „Darstellung“ von wissenschaftlichen Themen vielseitig untersucht. Weniger Aufmerksamkeit wurden dagegen bisher dem Spielfilm zugewandt.

Die Dunkelheit des Kinosaal, Wünschträume und eine zweite Realität

Die Besonderheit des Films - im Gegensatz zum Fernsehen und den Printmedien - ist es, dass er den Zuschauer in einer besonderen Form mit in das Geschehen einbindet. Unter anderem unterstütz dies die Dunkelheit im Kinosaal. Das Bewusstsein tritt zurück. Der Zuschauer ist in einem Zustand zwischen Wachsein und Schlafen – der Film wird zu einem Traum. Der Zuschauer nimmt Teil an der Handlung und lebt sie mit.

Der Spielfilm spiegelt, so Krakauer, die Wünsche und Sehnsüchte des Massenpublikums wieder. Produzenten produzieren Filme, von denen sie annehmen, das sie von einer möglichst großen Masse gesehen werden und Profit machen. Sie versuchen die Wünsche des Publikums zu identifizieren, ihren Geschmack zu treffen. So wie die Produzenten versuchen den Massengeschmack zu treffen, so werden aber auch die Wünsche der Massen durch das gesehene wieder beeinflusst. Kommerzielle Interessen der Produzenten und der Wunsch nach Unterhaltung des Publikums bedienen und bedingen sich gegenseitig.

Luhmann stellt fest, das der Spielfilm (wie der gesamte Bereich der Unterhaltung) den Zuschauer mit einer zweiten Realität konfrontiert – der Filmhandlung oder der „Welt“ im Film. Der Zuschauer setzt sich mit der Handlung auseinander und verhält sich zu dem Geschehen auf der Leinwand. Er befürwortet es, geniest es, oder er lehnt es ab. Dieser Beobachtungsvorgang und dessen Reflexion tragen zur Ausbildung der Identität des Zuschauers bei.

Filme sind jedoch kein Spiegel von Gesellschaft. Der Spielfilm entwickelt seine eigene geheimnisvolle Realität mit eigenen Regeln. Handlung, Charaktere und Symbole greifen in einem eigenen Muster ineinander. Dieses Muster wird auf dem Fundament realer gesellschaftlicher, politischer und wirtschaftlicher Ereignisse aufgebaut. Die Realität wird jedoch durch die Einflüsse von Drehbuchschreibern, Regisseuren und Produzenten zur Fiktion – zu den mythischen Geschichten des Kinos. Der „enthüllende Charakter der Kamera“ zeigt Aufnahmen und Aktionen, die in der „Realität“ so nicht zu erleben sind. Der Zuschauer erlebt Super-HeldInnen, Traum-Frauen/Männer und Mega-Bösewichte, traumhafte Kulissen, märchenhaften Reichtum, atemberaubende Verfolgungsjagden, unvorstellbares Grauen und herzzerreißende Liebe. Der „Mythos“ des Films vergisst seine Herkunft. Er wird zur eigenen - zweiten – Realität, zum Traum.

James Bond und die Wissenschaft

Die James-Bond-Filme wurden wohl deshalb zu einem so großen Erfolg, da sie zur passenden Zeit die Möglichkeiten des Mediums Film neu genutzt wurden. Nach den düsteren Agentenfilmen in den 30er und 50er Jahren sowie den Monumentalfilmen wie Quo Vadis (1951), Das Gewand (1953), Die zehn Gebote (1956) Salomon und die Königin von Saba (1959), Spartacus (1960), Ben Hur (1963) oder Kleopatra (1963) wurde dem Publikum ein neuer Typ Film vorgesetzt. 007 – James Bond war bunt und laut, mit einem Protagonisten, der einem Comichelden glich – unbesiegbar, immer wie aus dem Ei gepellt. Schnelle Autos, Spielcasinos und schöne Frauen gehörten ebenso zu ihm, wie die Lizenz zum Töten. Eine aus der Werbung übernommene Schnitttechnik, die grandiosen Filmsets von Ken Adams und rasante Kamerafahrten machten die Filme zu einem Erlebnis. Wissenschaft hatte in diesem Filmen auf den ersten Blick nur eine geringe Bedeutung.

Schaut man sich die Filme aber genauer an, stellt man fest das in 18 von 20 Filmen. Wissenschaft in einer – wenn auch in 3 Filmen sehr geringen – Form vertreten ist. Anders als in Filmen wie Jurassic Park (1995 – 2002) oder Dr. Frankenstein (1933), wo Wissenschaft eine zentrale Rolle spielt, gehört Wissenschaft allerdings nicht zu einer zentralen Zutat der Filme. Wissenschaft ist nicht Teil der so genannten „Bond-Formel“ (die Produzenten sprechen vom „Bondian-Film-Making“) wie zum Beispiel technische Spielereien, Verfolgungsjagden, exotische Orte oder die Bondgirls. Wissenschaft aus der Handlung raus zu nehmen - wie From Russia with Love (1963) oder Octopussy (1983) zeigen - bedeutet nicht, das der Film weniger erfolgreich war.

So wird die Untersuchung von Wissenschaft im James-Bond-Filme so interessant. Während in Filmen wie Jurassic Park (1995 – 2002) oder Indiana Jones (1981 – 1989) Wissenschaft einen bestimmten Platz hat, ist Wissenschaft im James-Bond-Film kein festes Element und Variationen können auf äußere Effekte zurückgeführt werden.

In Bezug auf Luhmann und Krakauer kann man davon ausgehen, das eine eventuelle Variation der Anteile von Wissenschaft eine Reaktion der Produzenten auf sich verändernde gesellschaftliche Wünsche oder Verhältnisse zurückzuführen ist. James-Bond-Filme sind keine Kunst, und die Regisseure haben nur selten einen höheren Anspruch. James-Bond-Filme sollen Geld einbringen,, dazu müssen sie eine möglichst große Masse an Menschen begeistern, was wiederum bedeutet, das die ganze Produktion auf die Erwartungen und die Wünsche der Zuschauer ausgelegt sind, sie zu Unterhalten. Eine Variation der wissenschaftlichen Anteile könnte somit bedeuten, das sie als langweilig weg gelassen wird oder als alltäglicher Moment so natürlich vorkommt, wie die Fahrten mit dem Auto.

‚Mad Scientists’ und ‚emanzipierte’ Bond-Girls

Auch wenn Wissenschaft nicht das zentrale Anliegen der James-Bond-Filme ist, fallen dem geübten Bond-Gucker doch schnell wissenschaftliche Bezüge ein. Auf der einen Seite ist dort Q mit seinen Gadgets zu nennen. Der zerstreute, bierernste und spröde wirkende Kittelträger passt mit seinem grauen Haar gut in das visuelle Klischee medialer Wissenschaftler. Seine technischen Spielereien haben Geheimdienst-Chefs ins schwärmen gebracht und halfen Bond aus zumeist aussichtslosen Situationen. Auf der anderen Seite sind die typischen „Mad Scientist“ a la Dr. Frankenstein oder Dr. Moreau zu nennen. In James-Bond-Filmen heißen sie Dr. No (Joseph Wiseman/ Dr. No 1962), Dr. Carl Mortner ( Willoughby Gray/ A view to a kill 1985) oder Boris Gruchenkow (Alan Cumming/ Goldeneye 1995).

Dabei macht der „Mad Scientist“ im James-Bond-Film eine interessante Entwicklung durch. Handelte es sich bei Dr. No noch um einen klassischen „Mad Scientist“ - als das verkannte Genie, das aus Enttäuschung der Welt zeigen will, zu was er fähig ist (in dem er sie unter seine Herrschaft zwingen will) - wandelt sich das Bild hin zu Werkzeugen und Handlangern des/der Bösen, die in den neueren Filmen eher Experten mit gebrochener krimineller Karriere sind, denn ehemalige honore Mitglieder der „scientific community“. Sie handeln nicht mehr aus gekränkter Eitelkeit, sondern persönlicher Profit-Gier.

Die auffälligste Entwicklung macht allerdings das Bondgirl durch. Die naive gescheiterte Existenz, die durch Bonds Männlichkeit eine starke Schulter zum Anlehnen findet, wandelt sich im Laufe der 70er Jahre zu einer Protagonistin, die sich – wenn auch nicht wirklich emanzipiert – vom Anhängsel zu einer Partnerin entwickelt. Auch wenn immer noch klar ist, „wer die Hosen an hat“, stellen Bennett & Woollacot fest, das die Emanzipationsbewegung nicht ganz spurlos am James-Bond-Film vorbeigegangen ist.

Dieser Wandel wird in der Eröffnungsszene von the Spy who loved me (1977) verdeutlicht. In einem Schlafzimmer liebt sich ein Pärchen. Als das Telefon klingelt stellt sich heraus, das in diesem Fall die russische Agentin Major Amasova ‚Tripple X’ (Barbara Bach) die „Hosen an hat“ und – wie sonst James Bond – aus dem Bett zu einem Einsatz gerufen wird. Als kleinen Zusatz beginnt anschließend der Titelsong mit den Worten „Nobody does it better…“.

Das „Bond-Girl“ und ihre Rolle als Wissenschaftlerin

Deckte James Bond in den vorangegangenen 10 Filmen mit seinem „grandiosen Allgemeinwissen“ alles ab, was an Wissen zu Lösung der Fälle von Nöten war, gerät er im elften James-Bond-Film Moonraker (1979) in Situationen, in denen er zusätzlicher Expertise bedarf. Auch Bonds Welt wird komplexer und er gerät in Situation wo die Grenzen seines Wissens erreicht sind. Hilfe naht - interessanter Weise - von weiblicher Seite. James Bond trifft in den letzten 10 Filmen (1979 – 2002) auf 9 Wissenschaftlerinnen und 2 Wissenschaftlern auf der Seite der ‚Guten’ und auf 7 ‚böse’ Wissenschaftler (im Gegensatz zu insgesamt 10 [‚bösen’] Wissenschaftlern in den 10 Filmen von 1962 – 1977). Dabei ergibt sich die deutlichste Steigerung in den 90er Jahren, in denen 6 Wissenschaftlerinnen und 7 Wissenschaftler in 4 Filmen zu sehen sind.

Warum ausgerechnet das Bond-Girl zu einer Wissenschaftlerin „mutierte“, kann man vielleicht damit erklären, das Bond als Hauptfigur schon eine Reihe von unterstützenden Nebenfiguren beiseite stehen und ein zusätzlicher Charakter die Handlung unübersichtlich gemacht hätte. Dadurch, dass ausgerechnet am Bond-Girl und nicht mit einem neuen CIA-Agenten Felix-Leiter (der fürs Amerikanische Publikum gedacht war, damit diese auch eine nationale Identifikationsfigur haben - die „Deutschen“ habe diese ja im Bösewicht) diesen Wandel vollzogen wurde, lassen sich Rückschlüsse auf den wachsende Stellenwert von Wissenschaft im James-Bond-Film ziehen. Die Stellung des Bond-Girls ist für die Handlung von sehr viel größerer Bedeutung, als der Part von Felix Leiter.

Das Bond-Girl ist neben seiner Funktion als wichtigste Nebenfigur auch „Objekt“ des „The Look“-Effekts. mit dem sich die ‚voyeuristic free male sexuality’ Bonds ausdrückt. Der Zuschauer identifiziert sich mit der Betrachtung der Frau durch den Hauptdarsteller. Er teilt seinen „Look“ auf die Frauen und seine Begierden. Diese spezielle Form der Betrachtung der Frau als „Objekt der Begierde“ durch die Kamera ist in den James-Bond-Filmen besonders ausgeprägt Das Bond-Girl wird so zu einem besonderen Identifikations-Objekt und nimmt neben Bond die zentrale Rolle des Filmes ein. Somit rücken auch ihre wissenschaftlichen Aktivitäten eher in den Blickpunkt, als vergleichbare Handlungen einer weiteren Nebenrolle.

Das Bild der Bondgirls wandelt sich allerdings nicht nur auf der Ebene ihrer wissenschaftlichen Ausbildung. Sie werden zu echten Gehilfinnen Bonds und übernehmen zunehmend Aufgaben, denen Bond nicht gewachsen ist. So steuert Dr. Holly Goodhead (Lois Chiles) in Moonraker (1979) die Raumfähre hinaus zu Drax´ (Micheal Lonsdale) getarnter Raumstation und hilft am Ende die Globen mit den Nervengift zu zerstören. Ohne Stacy Suttons (Tanya Roberts) Expertise den Vorgehensweisen auf der Bohrplattform von Max Zorin (Christopher Walken ) und ihre Geologischen Kenntnisse der Region wäre Bond auch in A view to a kill (1985) sicherlich nicht als Sieger aus dem Wettkampf hervorgegangen.

Was sich allerdings nicht ändert ist das Bild der Bond-Girls. Ob Wissenschaftlerin oder nicht, wichtig ist leichte figurbetonte Bekleidung, die mit der Atomwissenschaftlerin Dr. Christmas Jones (Denise Richards) in The World is not enough (1999) wohl ihren „Höhepunkt“ erreicht. >>> Foto – liefere ich noch in besserer Qualität nach<<<

Wissenschaft im Film und der Informationsbedarf der Öffentlichkeit

Der Spielfilm ist eben kein Spiegel der Realität. Er nimmt reale Ereignisse zum Anlass Geschichten zu erzählen - fiktive Geschichten. Doch die Untersuchung von James-Bond-Filmen hat zwei Dinge gezeigt. Erstens fließen zunehmend Wissenschaftler in die Handlung ein. Zweitens wird wissenschaftliches Wissen für James Bond immer wichtiger, um Probleme zu lösen. Die real-gesellschaftliche „Expansion von Wissenschaftler“ und „Verwissenschaftlichung von Gesellschaft“ (vgl. Weingart 2001) haben auch im James-Bond-Film Spuren hinterlassen. Es sind zwei reale Entwicklungen, die in die Handlung mit einfließen.

Bisher ist der „Programmpunkt“ Wissenschaft im Spielfilm nur sehr rudimentär untersucht worden. Vor dem Hintergrund einer wachsenden gesellschaftlichen Bedeutung von Wissenschaft, einem gesellschaftlichen Informationsdefizit wissenschaftlicher Arbeit und Indizien für eine zunehmende Verwendung wissenschaftlicher Themen im Spielfilm scheint es notwendig, die zahlreichen Aspekte des „Bildes der Wissenschaft im Spielfilm“ genauer zu erforschen. Das Wissenschaft nicht „wahr“ und immer „richtig“ dargestellt wird, ändert daran wenig. Die ‚Öffentlichkeit’ hat immer noch wenig ‚Kontakt’ zum „Elfenbeinturm“. Ein Medium das ein Bild dieser „fremden Welt“ zeichnet sollte untersucht werden, damit keine Verwunderung darüber besteht, das die öffentlichen Erwartungen an Wissenschaftlern in die Richtung des Nutty Professor (Jerry Lewis) und Dr. Christmas Jones (Denise Richards) gehen. Der Trend zu Frauen in der Forschung ist kein modischer und Wissenschaft besteht nicht darin die Welt in die Luft zu jagen oder sie zu beherrschen – auch wenn einige das immer noch glauben.

erschienen in Forschung Aktuell 27/2004(pdf) der Universität Bielefeld

Pressespiegel zum Thema

Schon interessant, wie die Medien auf eine Thema wie “Bondgirls” reagieren, auch wenn der Erkenntnisgewinn -> eine gewisse Emanzipation der Bondgirls, zunehmende “Verwissenschaftlichung” im Film - recht bescheiden ist:

Neider gab es natürlich auch, halt blöd, wenn man beim konkurrierenden Campusradio (eldoradio) weniger Aufmerksmakeit erhält - weniger Dudelfunk spielen, würd ich empfehlen ;-)

Vor allem ist es interessant, dass der Soziologe Volker Davids immer noch zitiert wird :-)

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It´s the Smith-Report!

A gentle reminder from Agent Provocateur not to forget Valentine’s Day…

It´s the Smith-Report

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Holocaust-Leugner Williamson oder Murphy´s Law

Papst Benedict hat gestern die Priesterbruderschaft St. Pius X. wieder in den Schoss der Kirche “zurückgeholt”. Das ist an sich kein Skandal, skandalös ist jedoch, dass ein Mitglied der Gemeinschaft erst kurz zuvor den Holocaust in Zweifel stellte.

Hintergrund

Die Mitglieder der ultra-konservativen Gruppierung wurde 1988 vom Papst exkomuniziert, nachdem sie die vier Priester Bernard Fellay, Bernard Tissier de Mallerais, Richard Williamson und Alfonso de Galarreta zu Bischöfen ernannte. Die Bischofsweihe darf aber nur in päpstlichen Auftrag durchgeführt werden. Nach dem Scheitern der Verhandlungen zwischen dem Gründer der Gemeinschaft Erzbischof Marcel Lefebvre und Kardinal Joseph Ratzinger, dem heutigen Papst Benedikt XVI., erfolgte der Ausschluss der Bruderschaft aus der katholischen Kirche.

Die Bruderschaft - faschistoide Tendenzen

Die Priesterbruderschaft St. Pius X. zählt zur äußerten Rechten in Glaubensfragen.

Theologisch nimmt sie einen traditionalistischen Standpunkt ein und lehnt einige Punkte des Zweiten Vatikanischen Konzils – wie die Ökumene in ihrer heutigen Form und Zielsetzung, die Religionsfreiheit, die Kollegialität der Bischöfe und die Liturgiereform im Anschluss an das Konzil – ab, weil sie sie für mit der katholischen Lehre unvereinbar ansieht.

Zu gut-deutsch, die Bruderschaft hält ihre Messen auf Latein, ist gegen die Annäherung der katholischen Kirche mit den Protestanten und Orthodoxen und erst recht gegen andere Religionen (immerhin haben die Juden doch Jesus umgebracht).

Wessen Geistes Kind die Bruderschaft ist, zeigte sich unter anderem in Stuttgart. Zum Christopher-Street-Day protetsierte die Bruderschaft gegen die “moralische Umweltverschmutzung” mit Plakaten wie: „Rettet Kinder vor Perversen“ und „AIDS Geissel der Unzucht“ und beteten zur „Wiedergutmachung der Perversion und Übertretung des 6. Gebotes des Dekalogs: ‚Du sollst nicht Unzucht treiben.‘”.

Schafe heimholen und Holocaust leugnen

Nun hat Papst Benedikt XVI. die Schafe wieder heim geholt - aus kirchenpolitischen Erwägungen, man suche die Annäherung. Man kam der Bruderschaft unter anderem damit entgegen, das im letzten Jahr wieder lateinische Messen zugelassen wurden.

Ob man die jüngsten Äußerungen von Bischof Richard Williamson als entgegenkommen bezeichnen darf, ist hingegen fraglich.

Es seien nicht sechs Millionen Juden von den Nazis ermordet worden, sondern 200.000 bis 300.000 – aber keiner von ihnen in Gaskammern (Bischof Richard Williamson - Netzeitung)

Verbal hat sich die katholische Kirche von dieser Aussage distanziert.

Die Leugnung des Massenmordes an den Juden durch den britischen Bischof sei “inakzeptabel” und gehöre nicht zur Lehre der katholischen Kirche.  (Matthias Kopp, Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz, im ZDF-Morgenmagazin)

Dagegen äußerst sich die Bruderschaft nur nebulös.

Unser Herr Jesus Christus ist seiner menschlichen Natur nach Jude, seine hochheilige Mutter ist Jüdin, alle Apostel sind Juden. Schon deshalb kann kein aufrechter Christ Antisemit sein. (Pater Franz Schmidberger, deutschen Piusbrüder - Spon)

Das dies eine bewusste Irreführung ist, liegt nahe, wenn man sich anschaut, was Pater Franz Schmidberger laut Spiegel Online kürzlich in einem Brief an deutsche Geistliche geschrieben hat.

“Wir sehen mit Trauer Papst Johannes Paul II. und nun auch Papst Bendedikt XVI. in eine jüdische Synagoge gehen … Die Juden unserer Tage” seien “nicht nur nicht unsere älteren Brüder im Glauben, wie der Papst bei seinem Synagogenbesuch in Rom 1986 behauptete; sie sind vielmehr des Gottesmordes mitschuldig…”

Die Schafe zurück in der Herde

Herr Kopp sagte heute morgen im Frühstücksfernsehen, die Wiederaufnahme der Bruderschaft in die katholische Kirche und die Aussagen ihres Bischofs haben nichts miteinander zu tun. Akademisch betrachtet mag dies vielleicht richtig sein.

Inhaltlich kann man das aber auch anders sehen. Denn von außen betrachtet muss man sich doch fragen, wieso die Kirche eine solche Gemeinschaft wieder zurück in ihren Kreis holt, wo man doch gewusst haben muss, welche Inhalte sie vertritt. Hat man es womöglich billigend in Kauf genommen, um den Konservativen im eigenen Lager entgegen zu kommen?

Vielleicht hat man gehofft, es fällt niemandem auf, wen man dort anheuert. Unglücklicher Weise hat Murphy´s Law zugeschlagen und eines der Schafe hat zu früh wieder angefangen zu blöcken.

Ernsthafte Vergangenheitsbewältigung (-> Rolle der Kirche im Dritten Reich) sieht jedenfalls anders aus…

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Obama To Launch Recovery.gov

Obama kündigt in seiner wöchentlichen Videoansprache im Videokanal des whitehouse auf youtube den Launch von recovery.gov an, sein Ziel, mehr Transparenz in politischen Entscheidungen.You need to a flashplayer enabled browser to view this YouTube video

Man darf gespannt sein, ob Obama den Kurs durchhält, was er wirklich an Transparenz umsetzen kann und wie die etablierte Politik darauf reagiert!

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Lance Armstrong - Der George Bush des Radsports

“Das wohl dreisteste Comeback der Sportgeschichte” nannte es die sz. Lance Armstrong radelt wieder und mit ihm der Tross der Pressedackeln, die seiner PR-Kampange hinterhecheln.

Ob das Pharmawunder aus Texas heute sauber ist, ist gar nicht mehr wichtig. Seine Vergangenheit und sein Gebahren fahren heute noch mit. Einige lieben seine “Professionelle”(Doping?)-Einstellung, andere sehen in ihm das personifizierte Böse, das seelegnruhig die Ermittlungen im Fall Fuentes begrüßen kann. Zum einen darf er aufgrund seiner Erkrankung Medikamente nehmen, die andere nicht nehmen dürfen, zum anderen hat er seine eigenes Team von Wissenschaftlern, das ihn topfit hält.

Wenigstens hat es bei der ersten Zielankunft in Australien auch Buhrufe für Armstrong gegeben, wenigstens ein paar Zuschauer lassen sich vom George Bush des Radsports nicht blenden.

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Für Hugh - Penélope Cruz

Penélope Cruz

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Meteoreinschlag in Schweden

Ein Meteoreinschlag in Schweden wurde auf Video festgehalten:

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