Influence – Was ist Online-Einfluss?

Kategorien: Artikel, Digitale Kommunikation

Online Einfluss (Online Influence) ist ein interessanter und wichtiger Faktor in Social Media. Werden die richtigen Personen aufmerksam auf eine Kampagne, eine Idee oder eine Entwicklung und verbreiten dies, kann dies der Aktion einen großen Aufschwung geben, oder sie in große Schwierigkeiten bringen.

Um diese Personen ausfindig zu machen, sollte man sich Gedanken darüber machen, was Online Einfluss bedeutet, um in der Lage zu sein, entsprechende Personen zu identifizieren.

Schaut man sich in der Offline-Gesellschaft um, gibt es eine Reihe von Personen, die ohne jede Frage großen Einfluss haben, seien es Angela Merkel und Josef Ackermann oder Stephan Raab und Dieter Bohlen.

Auch Online fallen einem schnell Namen wie Rob Green, Sascha Lobo, Thomas Knüwer oder Markus Beckedahl ein. Aber man sollte Popularität nicht immer mit Einfluss gleichsätzen, wer populär ist, hat Einfluss, doch wer Einfluss hat, muss nicht automatisch populär sein.

Popularität und Einfluss (Influence) verbindet eine ganz entscheidende Komponente: die persönliche Marke (personal brand). Doch auch Vertrauen (trust) und Expertise (expertise) sind zwei weitere Komponenten, die relevant sind, wenn man Online-Einfluss erklären will.

Micah Baldwin hat sich in einem Artikel auf Mashable mit dem Thema „Online-Einfluss“ befasst und diese drei Kriterien zur Beschreibung ausgewählt.

Persönliche Marke (personal brand)

Personal branding is the sum of your online activities and sets an expectation about who you are. (Micah Baldwin)

Die persönliche Marke drückt sich also zum einen durch die Onlineaktivität des „Influencers“ aus, zum anderen durch die Erwartungen wer er ist. (Hierzu ist die Debatte, vom Anfang des Jahres, zur Frage nach dem echten Foto und vor allem dem echten Namen unter dem man twittert, ganz interessant.)
Die persönliche Marke bildet sich also aus der Onlinepräsenz einer Person und dem Bild was er von sich zeichnet, also was er schreibt, wie er kommuniziert, wie er interagiert und was er online von sich Preis gibt. Und damit ist nicht nur eine Plattform gemeint, sondern die Gesamtheit der Plattformen auf der er zu finden ist.
Hieraus leitet sich auch die nächste Komponente ab.

Vertrauen (trust)

Vertrauen ist ein tolles Prinzip. Die Systemtheoretiker übersetzen es mit „Reduktion von Komplexität“. Vereinfacht ausgedrückt ist damit gemeint, dass man nicht jedes Detail hinterfragen muss, wenn man Vertrauen in etwas hat. Die meisten Menschen zum Beispiel betreten gedankenlos eine Rolltreppe, ohne sich Sorgen um die Sicherheit zu machen. Man hat Vertrauen in die Technik.

Das gleiche gilt für das Vertrauen von „Influencern“. Man hat gelernt ihren Aussagen zu glauben, muss nicht alles hinterfragen. Dieser Mechanismus vereinfacht das Arbeiten.
Dieses Vertrauen haben sich die meisten „Influencer“ durch eine gewisse Form der Transparenz – durch ihre offene plattformübergreifende Kommunikation erworben. Dadurch, dass sie die Menschen an ihrem Aktivitäten und Gedanken teilhaben lassen. (Was nicht zwingend heißt, dass die Onlineperson auch identisch ist mit der Offlineperson)
Damit dies aber auch wirklich funktioniert, ist die dritte Komponente wichtig.

Expertise (expertise)

Man kann noch so transparent und charmant sein, wenn man nur sinnlos daher redet, wird sich nur wenig Vertrauen herstellen lassen. Was aber nicht heißt, das man damit keine persönliche Marke bilden könnte.
Micah Baldwin beschreibt Expertise sehr schön indem er sagt:

One can gain knowledge on a specific topic, but expertise is a title that can only be given.

Übersetzt: Wissen kann man sich aneignen, Expertise wird einem zugeschrieben. Expertise kommt also von außen und ist kein „Titel“ den man sich selbst geben kann. Als Negativbeispiel kann man das sehr schön im Fernsehen betrachten, hier wird jeder Interviewpartner gleich zum Experten für irgendwas, wenn er nur ansatzweise adrett vor der Kamera stehen kann und drei ganze Sätze aneinanderreiht.

Im Fernsehen funktioniert das, weil der Zuschauer nicht selber nachfragen kann. Online entwickelt sich Expertise aus dem erarbeiteten Wissen und der Zuschreibung, die man durch die offene Kommunikation und Interaktion erfährt (Vertrauen in das Wissen).

Wie wird man „Influencer“

Micah Baldwin hat hierzu eine schöne Formel aufgestellt.

Influence = (Personal Brand * Trust * Expertise)

Oder wenn man Expertise wieder mit Wissen * Vertrauen übersetzt

Influence = (Personal Brand * Knowledge * Trust2)

Fazit

Online-Einfluss setzt sich also aus dem Grad einer persönlichen Marke, dem Vertrauen in diese Marke und der Expertise, die dieser Marke zugeschrieben wird, zusammen.

Damit hat man Kriterien nach denen man Personen im Social Web beobachten kann. Will man eine erfolgreiche Social Media Kampagne starten, kann es sinnvoll sein, diese „Influencer“ von der Aktion zu begeistern. Und auch wenn eine Kampagne kritisiert wird ist es hilfreich, zu wissen, welchen Einfluss der Kritiker hat.

Links

PS: Danke an Mobilefriend für den Link

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