Kommunikation im eigenen Dunstkreis
Kommunikation dient nach Luhmann dazu, das eigene Weltbild zu überprüfen.
Es sich nur bestätigen lassen zu wollen ist da glaub ich Ressourcenverschwendung, oder?
“Alles könnte auch anders sein, aber ich kann das nicht ändern.” - Niklas LuhmannPosts RSS Comments RSS
Kommunikation dient nach Luhmann dazu, das eigene Weltbild zu überprüfen.
Es sich nur bestätigen lassen zu wollen ist da glaub ich Ressourcenverschwendung, oder?
Das Tacheles ist die hässliche, nach urinstinkende, verkommene Ruine am Ende der Oranienburgerstraße am Oranienburger Tor in Berlin Mitte. Künstler und solche die sich dafür halten, und sei es auch nur im Leben, haben vor grauer Vorzeit Besitz von dieser Baracke ergriffen um Raum für Kinos, Kneipen und Ausstellungsräume zu bekommen, da es von diesen in Berlin bis dato noch nicht genug gab.
Im Hinterhof haben sie einen großen Sandkasten, aus Sand den sie wahrscheinlich in den Kindergärten in Prenzelberg und Charlottenburg geklaut haben, zusammengetragen, Bierbuden eröffnet und das Hefeweizen zum solidarischen Selbstkostenpreis von 3,50 Euro vertickt.
Wasser brauchte man in der Baracke nicht und auf den Toiletten wurde die Urinspühlung als moderne Kunst verkauft, was auch den Vorteil hatte, das so der Gestank der eingedieselten Südeuropa-Touristen überdekt wurde. Von denen, die sich vom Besuch des Tacheles trotzdem nicht abhalten ließen, nahm man einen Euro antikapitalistischen Solidarbeitrag - irgendwoher musste das Geld für die Spraydosen ja kommen.
Ende März 2011 hat dann die Gastrofraktion des Tacheles auf die Zahlung der ausstehenden Miete der letzten 10 Jahre verzichtet und zum Dank dafür 1.000.000,00 Euro erhalten - als Schmerzensgeld sozusagen.
Jetzt errichtet der Insolvenzverwalter einen kleinen anti-imperialistischen Schutzwall gegen die Künstler, um das ruinöse Wertheimgebäude - ja, beim Tacheles handelt es sich um die Überreste eines alten Wertheimkaufhaus, weswegen das Gebäude unter Denkmalschutz steht - vor weiterer Kreativität und Graffiti-Spachtelmasse zu schützen.
Blöd finde ich nur, dass die jetzt damit anfangen müssen, wo der Sommer kommt. Ich habe nämlich sehr gerne im Zapata-Garten gesessen und ein zwei Biere getrunken, den unfähigen Kleinkunstmusikanten zugehört und die Touristenschläußer bei ihrem Tagewerk beobachtet. Abends konnte man hoch in den vierten Stock, wo in der Bar überraschend befähigte DJs chilligen Sound auflegten und man eine großartige Sicht über Berlin hatte.
Tacheles, ick werd dir wohl famissen, wah!
1710 schrieb der Philosoph Leibniz seine “Abhandlung zur Rechtfertigung Gottes”. Leibniz behaupt darin, dass wir in der besten aller Welten leben. Er begründet diese Annahme wie folgt:
Obwohl wir in einer Welt voller Leid und Schmerz sowie Ausbeutung und Unterdrückung Leben, muss dies die beste mögliche Welt sein:
“Weil Gott alles weiß, muss er die beste aller Welten kennen; weil er alles kann, liegt es in seiner Macht, sie einzurichten; und weil Gott gütig ist, tut er dies auch!” (vgl. Gerhard Schulze, Die beste aller Welten, München 2003, S.11)
Demnach - weil Gott uns liebt, er weiß was gut ist und er alles managen kann - hat er für uns nur das Beste geschaffen: unser Welt.
Klingt für mich ein bißchen, wie ziemlich garstiger Zynismus , oder? Nach Rom, der Christenheit, der spanischen Eroberung, dem Dreiecks-Handel, Armenien, 1933-1945, Stalin, Mao, Pol Pot, Ruanda, to name but a view, möchte ich eigentlich nicht wissen, was dabei rauskommt, wenn der alte Mann mal nicht das Beste will…
Vielleicht sollte ich mal mit Herrn Ratzinger darüber sprechen, er könnte dieses verrückte Bild sicherlich gerade rücken!
In Japan ist es nach dem Seebeben und dem folgenden Tsunami der die Nordostküste Japans heimsuchte, zu dem wohl schlimmsten Atomunfall nach Tschernobyl gekommen. Im Atomkraftwerk Fukushima sind nach Explosionen 2 der 4 Reaktorblöcke schwer beschädigt. Ob es bereits zu einer Kernschmelze gekommen ist, wurde von der japanischen Regierung bisher noch nicht bestätigt.
In Deutschland wird dieser Unfall zum Anlass genommen, den Atomausstieg und die von der schwarzgelben Regierung unter Kanzlerin Merkel beschlossenen Laufzeitenverlängerung neu zu diskutieren. Wie unsachlich eine Verknüpfung beider Sachverhalte auch sein mag und wie zynisch die Instrumentalisierung der japanischen Katastrophe auch erscheinen mag, für die schwarzgelbe Regierung kommt sie zum denkabr ungünstigsten Zeitpunkt, zwei Wochen vor der eh schon knappen Landtagswahl in Baden Württemberg.
Der Baden-Württembergische CDU-Minister Mappus hatte gerade mühevoll das furiose wachsen der grünen Zustimmung nach Stuttgart 21 wieder zurück gedrängt. Grüne und SPD haben nun ein Wahlkampfthema, auf das der Atomstrombefürworter Mappus sicherlich gerne verzichtet hätte. Und da sich die Katastrophe in Japan nicht ohne weiteres von der Nachrichten-Agenda weg schreiben lassen wird, wir die Opposition dieses Thema wohl gekonnt bis zum Wahlsonntag ins Ziel tragen.
Handeln oder nicht handeln?
Erste “Erfolge” hat die Wiederaufnahme der Atomfrage bereits gebracht. Frau Kanzlerin Merkel rief in Berlin zu einem Atomgipfel auf und kündigte eine Sicherheitsüberprüfung aller deutschen Akws an. Im Bericht aus Bonn legte sie heute nach und erklärte deutsche Kraftwerke nach dem aktuellen Stand für sicher. Minister Mappus sagte heute auf einer Wahlkampfveranstaltung, dass nicht sichere Kraftwerke nicht in 5 oder 3 Jahren, sondern sofort abgeschaltet würden.
Die Strategie der Regierung scheint klar: zunächst ein vorsichtiger Versuch sich von der deutlichen Atomposition zurückzuziehen, die Untersuchung abzuwarten und dann als symbolischen Aktionismus 1-3 Kraftwerke “präventiv, aus Sicherheitsgründen” abschalten, um das Gesamtprojekt nicht zu gefährden.Von weiteren Aktivitäten - wie zum Beispiel einem Netzausbau - oder einem zeitnahen Energie-Wandel-Konzept wird sicherlich abgesehen.
Ende offen
Ob die Bürger das mitmachen bleibt abzuwarten. Ob der Atomausstieg wieder - wie in den 80ern - zu einer bundesweiten Bewegung wird, ebenso. Sicher dürfte aber sein, das beide Seiten die Frage der Sachlichkeit außen vor lassen werden. Sicher wird ferner auch sein, das Greenpeace & Co. alles tun werden, um ihr Anliegen über die bekannten Social-Media-Kanäle und auf der Straße zu verbreiten.
Ich für meinen Teil bin erstmal gespannt, was morgen an der Börse geschieht. Wird der Euro die Flucht-Währung für angeschlagene Fernost-Anleger oder fürchtet man sinkenden Absatz im wichtigen europäischen Exportmarkt Japan - und somit zur Schwächung des Euros beitragen? Was geschieht mit den deutschen Stromanbietern? Ich tippe, das sie zwischenzeitlich bis zu 5% im morgigen Handelsverlauf nachgeben werden, da die erhofften 60 Mrd. Gewinn durch die Laufzeitenverlängerung unsicherer werden.
Ob Frau Merkel einen vorgezogenen Atomausstieg auf Raten avisiert, wage ich aber zu bezweifeln, da weder eine Wahlniederlade in Baden-Württemberg noch der technologische Status Quo einen frühzeitigen wirtschaftlich verantwortungsvollen Ausstieg möglich machen.
Hier eine Sammlung der besten Statements, Glossen und Realsatiren von, mit und über (Ex-Dr.) Baron Karl Theodor zu Guttenberg:
1.1 Was Guttenberg und Pocher gemeinsam haben
1.2
Harte Worte von Staatsrechtler Professor Oliver Lepsius an der juristischen Fakultät der Universität Bayreuth. Er unterstellt Herrrn Verteidigungsminister KT Guttenberg Absicht und dass dieser von vornherein ein Plagiat geplant habe.
Die Uni muss auch langsam in die offensive gehen, will sie nicht als Mitwisser und Unterstützter des Betrugs gelten. Die Universität Bayreuth - und die Jura Fakultät - kämpfen jetzt um ihren Ruf als eine der “zehn besten rechtswissenschaftlichen Fakultäten in Deutschland“.
Interessant hierbei ist der Verdacht, der im Focus geäußert wird:
Die Universität Bayreuth wies unterdessen Berichte zurück, wonach
Guttenberg während seiner Promotion als Sponsor für die Universität
aufgetreten sei. Ein Kooperationsvertrag aus dieser Zeit, durch den der
Universität Geld für einen neuen Lehrstuhl zufloss, habe nichts mit
Sponsoring zu tun, erklärte Universitätspräsident Rüdiger Bormann.Im
Rahmen dieses Vertrags hatte die Rhön-Klinikum AG, in deren
Aufsichtsrat Guttenberg saß, nach eigenen Angaben 747 764,36 Euro
bereitgestellt.(ebd.)
Professor Oliver Lepsius greift jedoch nicht nur Verteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg an, ebenso richtit sich seine Kritik an Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und Bundesbildungsministerin Annette Schavan (#btw: deren Zurückhaltung für mich persönlich fast ein noch größerer Skandal in dieser Geschichte ist - aber was soll man von solch einer grauen Maus auch erwarten?)
Neben der Äußerung von Bundeskanzlerin Angela Merkel,
sie habe einen Verteidigungsminister und keinen wissenschaftlichen
Assistenten berufen, empört ihn die Haltung von Bundesbildungsministerin
Annette Schavan. “Wenn sie sagt, es sei egal, ob und wie jemand
promoviere, vergrößert das den Skandal”, sagt Lepsius. “Man kann nur
entsetzt sein.” (SZ)
Das der Rücktritt von Herrrrn Verteidigungsminister KT Guttenzwerg von meiner Seite überfällig ist, brauche ich hier nicht betonen. Wer mehr über das Thema Rücktritt lesen möchte, den Empfehle ich hier einen kurzen Text vom Zeittaucher zum Rücktritt von Roland Koch
Übernommen vom GuttenPlag Wiki (Kopieren geht über studieren…)
Einige dieser Fundstellen haben bereits in Presse, Funk und Fernsehen Erwähnung gefunden. Sie wurden aufgrund der in den Kurzbeschreibungen genannten Eigenschaften aus ganz verschiedenen Gründen in diese Liste aufgenommen. Gemeinsam haben sie das Bemerkenswerte bzw. das Merkwürdige. Die folgende Auflistung ist daher auch ein guter Einstiegspunkt, zur bequemen Navigation und als Kurzeinführung geeignet.
- Einleitung - Schon hier wurden keine eigenen Worte gefunden
- Durchgehendes 8-Seiten-Plagiat aus einer Quelle, samt übernommener Gliederung: S. 102-110. Dazu weitere Fundstellen aus der gleichen Quelle auf jeder der Seiten 111-120 und auf den meisten der Seiten 121-136 der Dissertation.
- Durchgehendes 5-Seiten-Plagiat eines Artikels von Oliver Burgard in der ZEIT: S. 53-57
- Doppelplagiat - Kreativ in der mehrmaligen Nutzung einer Quelle auf den Seiten 196 und 264
- Entfernung der Initialen eines Autors in den Quellen des Originals wurde von RP-Online als bewusstes Verwischen von Spuren gedeutet [1].
- Löschung der im Original bereits vorhandenen Quellenangaben
- Der Webauftritt der US-Botschaft dient als ungenannte Quelle
- Übersetzungsplagiat - mehr als sechs Seiten lang Satz für Satz einen Artikel aus “Foreign Policy” übersetzt, ohne die Herkunft offenzulegen (362-363, 363-364 und weitere)
- Proseminararbeit eines FU-Studenten - die Bitte, das Urheberrecht zu beachten, hat nicht geholfen. An anderer Stelle wird das gleiche Original durch ein politisches Statement “korrigiert” (“unter bemerkenswerter Mithilfe des deutschen Bundeskanzlers”)
- Übernommene Rechtschreibfehler (”Californien”, “Direkten Demokratie”) lassen auf Copy & Paste schließen
- Übernahme eines Fazits Der Historiker Hagen Schulze entwickelt die Perspektiven seiner Denkschrift. Der Dissertant übernimmt wörtlich.
- Der Amtsvorgänger Rupert Scholz bleibt als Urheber dieses Gedankens ungenannt
- Originale überführt der Autor häufig “in seinen eigenen gestelzten Duktus” [2]. Hier ein Beispiel: er ersetzt “erwähnen” mit “konstatieren”, “ganz anderes” mit “gänzlich konträres”. Er fügt sogar eine Floskel hinzu, die das Original herabwürdigt (”In diesem Zusammenhang erweist es sich als banale Konsequenz:”). Ein anderes Beispiel: Original - “So fordert z.B. der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck [...]“, Plagiat - “So forderte im trivialen Duktus der rheinlandpfälzische Ministerpräsident K. Beck [...]“
- Eine mehr als eine Seite lange Passage starker persönlicher Wertung wird 1:1 aus der Neuen Zürcher Zeitung am Sonntag (NZZS) übernommen, ohne die Autorin zu erwähnen: “Ethisch-religiöse Positionen sind in den existenziellen Debatten der Gegenwart gefragter denn je.”
Hier finden Sie alle bisher gefundenen Plagiate. Falls Sie die Dissertation haben und ein Gedanke kommt Ihnen bekannt vor, Sie wissen aber nicht woher, schlagen Sie doch bitte bei uns nach, wir haben weitere Autoren identifiziert.
Dazu noch dieser schöne Betrag aus der Heuteshow vom letzten Freitag. Herr Welke übernehmen sie:
Weitere Artikel zur Causa Guttenberg:
An dieser Stelle 3 Videos zum Thema Plagiatsvorwürfe gegen den deutschen Verteidigungsminister Karl Theo zu Guttenberg.
Wie fing es an?
Nachdem er gestern mit der Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel gesprochen hat, trat Herr “Dr.” Karl Theo Frhr. zu Guttenberg heute vor “eine Auswahl ausgesuchter Journalisten”. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.
Was zeitgleich während der Bundespressekonferenz geschah, kann hier angeschaut werden. Die dort wartenden Journalisten waren “not amused” und forderten einen Abbruch der “Witzveranstaltung”.
Zukünftig wird es Herr “Dr.” Karl Theo Frhr. zu Guttenberg wohl etws schwerer mit der Presse haben.
Weitere Artikel:
Sehr cooles Video in dem Intel die Power seines neuen Prozessors damit veranschaulicht, das sie eine Story übergangslos über verschiedene Anwendung auf dem Deskotp erzählen. Schönes Beispiel für innovatives Storytelling
Schönes Video, sage ich mal ganz unvoreingenommen 0:-)